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Neurologie 9. April 2008

Kontakt mit Pestiziden erhöht Risiko

Es gibt starke Hinweise darauf, dass der Kontakt mit Pestiziden das Risiko, an Parkinson zu erkranken, deutlich erhöht. Ein Team amerikanischer Wissenschaftler hat nachgewiesen, dass Pestizidexposition das Erkrankungsrisiko um den Faktor 1,6 vergrößert. Die Forscher der Duke University, der Miami University und des Udall Parkinson‘s Disease Research Center of Excellence werteten die Daten von insgesamt 600 Personen aus. Details der Studie wurden vor kurzem veröffentlicht (BMC Neurology 2008, 8:6). Im Gespräch mit der BBC betonten die Experten, dass Pestizide sehr wahrscheinlich eine Schlüsselrolle in der Entstehung von Parkinson spielen, jedoch nur in Kombination mit anderen Faktoren. So wird Parkinson auch durch genetische Faktoren beeinflusst. Tatsächlich wurden auch schon einige genetische Defekte mit Parkinsonismus in Verbindung gebracht, diese scheinen jedoch selten und nur für einen geringen Teil der 120.000 Erkrankungen allein in Großbritannien verantwortlich zu sein. Die Forscher befragten 319 Parkinsonpatienten nach etwaigem Kontakt zu Pestiziden, Konsum von Brunnenwasser sowie Arbeitsplatz oder Wohnsitz in ländlichen (stärker pestizidbelasteten) Gebieten. Ihre Antworten wurden mit denen von 296 gesunden Familienmitgliedern und anderen ebenfalls gesunden Teilnehmern verglichen. Nahe Verwandte wurden deshalb ausgesucht, weil sie ähnlichen Umweltbedingungen mit vergleichbarer genetischer Ausstattung begegnen.
Häufige und intensive Verwendung von Pestiziden sowie mehr als 200 Tage Exposition im Laufe der Lebenszeit führten zu einer Verdoppelung des Risikos, wobei Herbizide und Insektizide das Risiko mit relativ größter Wahrscheinlichkeit erhöhten.

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