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Neurologie 13. Februar 2008

Erhöht Blei das Risiko

Zwischen Bleiexposition und der Akkumulation von Alzheimerplaques scheint zumindest bei Primaten ein Zusammenhang zu bestehen. Das ist das Ergebnis einer im Journal of Neuroscience (January 2, 2008, 28(1):3-9) veröffentlichten Studie. Das sporadische Auftreten von Alzheimer schließt Umweltfaktoren als Auslöser nicht aus, bislang konnten diese jedoch noch nicht identifiziert werden.
In der vom US-amerikanischen National Institute of Health finanzierten Studie wurde das Hirngewebe von 23 Jahre alten Affen untersucht. Die Primaten waren in den ersten 400 Lebenstagen Blei ausgesetzt worden, damals waren Blutspiegel von 19-26 µg/dl erreicht worden. Im Rahmen der Untersuchung wurden bei den Affen nicht nur eine verstärkte Expression Alzheimer-assoziierter Gene (wie APP, BACE1) und ihrer Transkriptionsregulatoren festgestellt, sondern auch eine Alzheimer-ähnliche Verteilung und Vermehrung von Amyloid-Plaques, etwa im frontalen Assoziations-Cortex. Begleitet wurden diese latenten Effekte von einer Abnahme der Aktivität der DNA-Methyltransferase und vermehrten oxidativen DNA-Schäden.
Der Leiter der Studie, Dr. Nasser Zawia von der Universität von Rhode Island, hat bei Ratten und Mäusen, die während der Hirnentwicklung Bleiexposition erlitten, bereits ähnliche Befunde erhoben. Dies ist laut Zawia allerdings das erste Mal, dass Wissenschaftler einen Konnex zwischen Blei und Alzheimer bei Primaten gefunden haben. Zawia warnt davor, nun auf Grund individueller Bleibelastung vorschnell auf ein erhöhtes Alzheimerrisiko zu schließen.

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