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Neurologie 21. Mai 2008

Gewicht als Risikofaktor für Demenz

Der Body-Mass-Index BMI und das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, scheinen assoziiert zu sein. Darauf deutet eine Meta-Analyse von Forschern der Johns Hopkins University in Baltimore hin. Wie in Obesity Reviews (2008; 9:204-218) nachzulesen, untersuchten die Wissenschaftler um Dr. Youfa Wang die Ergebnisse zehn prospektiver Kohortenstudien, die seit 1995 publiziert worden waren. Somit waren die Daten von mehr als 37.000 Menschen in diese Analyse eingeschlossen, davon mehr als 2.500 Demenzkranke. Das Ergebnis: Sowohl zu Dünne als auch extrem Übergewichtige haben ein erhöhtes Risiko, an einer Demez zu erkranken. So ist die Gefahr bei Menschen mit einem BMI unter 18,5 um 36 Prozent, bei Menschen mit einem BMI über 30 um 42 Prozent höher als bei Normalgewichtigen.
Interessant ist für die Autoren die Tatsache, dass nicht Normalgewichtige, sondern leicht Übergewichtige (mit einem BMI 25–29,9) das geringste Demenzrisiko haben: Sie erkranken um zwölf Prozent seltener. Aber nicht nur das die Kilos, die einer auf die Waage bringt, sind ausschlaggebend, auch der Hüftumfang, die Dicke der Hautfalten und die Gewichtszunahme spielen eine Rolle. Was Ursache und was Wirkung ist, kann allerdings nicht endgültig beantwortet werden. Immerhin besteht ja auch die Möglichkeit, dass Menschen, bei denen symptomschwache Frühstufen einer Demenz bereits eingesetzt haben, sich nicht mehr gesund ernähren.

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