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Neurologie 19. Juni 2008

Rauchende Köpfe sind vergesslich

In einer groß angelegten Studie wurden Raucher auf ihre kognitiven Fähigkeiten getestet. Dabei schnitten Raucher in der Lebensmitte schlechter ab als ihre nichtrauchenden Kollegen oder Ex-Raucher. Dies geht aus einer Studie des staatlichen französischen Instituts für Gesundheit hervor, die in der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine (2008;168(11):1165-1173) veröffentlicht wurde. Die Forscher untersuchten Daten aus der sogenannten Whithall-II-Studie, einer Langzeitstudie mit 10.308 Londoner Beamten im Alter zwischen 35 und 55 Jahren. Das Ziel der Studie war, den Zusammenhang zwischen Arbeit, Stress und Gesundheit zu untersuchen. Zum ersten Mal wurden die Beamten im Zeitraum 1985 bis 1988 getestet und später wieder von 1997 bis 1999. In diesem Zeitraum nahmen noch 5.388 Personen an den Test teil, in denen Gedächtis- und Logikaufgaben gelöst werden mussten und der Wortschatz sowie fließendes Sprechen in semantischer und phonemischer Hinsicht beurteilt wurden.
Dabei entdeckten sie klare Zusammenhänge zwischen dem Rauchen und Gedächtnis- sowie Verständnisschwierigkeiten der Probanden. So schnitten Raucher im Gedächtnistest, in dem sie sich 20 Wörter merken mussten, schlechter ab als die Nichtraucher, ebenso bei verbalen und mathematischen Aufgaben, in denen logisches Denkvermögen gefragt war.
Es zeigte sich auch, dass Menschen, die sich zu Beginn der Studie das Rauchen abgewöhnt hatten, später um fast ein Drittel besser abschnitten, was den Wortschatz und fließendes Sprechen betraf, als diejenigen, die während der ganzen Jahre weitergeraucht hatten. Die Ex-Raucher profitierten zudem von verbesserten gesundheitlichen Faktoren, was wiederum die kognitiven Fähigkeiten positiv beeinflusst haben dürfte.

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