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Neurologie 10. Juli 2008

Schlaganfall nach plötzlichem Hörverlust

Der plötzliche Verlust des Gehörs könnte ein Warnzeichen für ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko sein. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Taipei Medical School of Health Care Administration gekommen. Menschen, die nach einem Hörsturz ins Krankenhaus gebracht wurden, erlitten in den folgenden fünf Jahren mehr Schlaganfälle als sonst gesunde Patienten mit Blinddarmentzündung. Die im Fachmagazin Stroke (doi: 10.1161/STROKEAHA.108.519090) veröffentlichte Studie liefert allerdings keine Begründung dafür, was die Ursache für den Zusammenhang zwischen Hörverlust und Schlaganfall sein könnte.
Es gibt Dutzende von Gründen, Krankheiten wie Mumps, Masern und Meningitis, die zu einem plötzlichen Verlust des Gehörs führen können. Die aktuelle Studie geht davon aus, dass sogar Jahre nach diesem Ereignis noch ein stark erhöhtes Schlaganfall-Risiko besteht. Die Daten von 1.423 Patienten, die ihr Gehör verloren hatten, wurden mit jenen von 5.692 Blinddarm-Patienten verglichen. Sie wurden ausgewählt, weil sie unter allen ins Krankenhaus Eingelieferten an sich die gesündesten waren. Es zeigte sich, dass nach einem Hörverlust die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall innerhalb der folgenden fünf Jahre zu erleiden, eineinhalb Mal so hoch war. Die Autoren der Studie betonten, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handle und dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere Risikofaktoren die Ergebnisse beeinflusst haben könnten.

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