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Neurologie 12. September 2007

Warfarin Aspirin überlegen

In der Altersgruppe über 75 ist Warfarin Aspirin in der Insultprävention überlegen – wenn bestimmte Herzrhythmusstörungen vorliegen. Das ist die Ansicht von Dr. Jonathan Mant von der University of Birmingham (Lancet 2007; 370: 493). Er und seine Kollegen untersuchten, wie Aspirin und Warfarin des Schlaganfallrisiko beeinflussen und ob der Einsatz dieser Medikamente trotz der erhöhten Blutungsneigung gerechtfertigt werden kann. 973 Patienten jenseits des 75. Lebensjahres nahmen an der Studie (Birmingham Atrial Fibrillation Treatment of the Aged Study/BAFTA) teil. Sämtliche Teilnehmer litten an Vorhofflimmern. 488 Patienten erhielten Warfarin, 485 Aspirin. Die Therapie wurde dann über zwei bis sieben Jahre fortgeführt und stetig überwacht. Besondere Berücksichtigung fand die Häufigkeit tödlicher und schwerer Schlaganfälle, intrakranieller Blutungen klinisch signifikanter arterieller Embolien in den beiden Gruppen.
Während es in der Warfarin-Gruppe 24 ernste Vorfälle gab – davon 21 Insulte, zwei intrakranielle Blutungen und eine systemische Embolie –, kam es in der Aspirin-Gruppe zu 48 schweren Vorfällen. Darunter 44 Schlaganfälle, drei systemische Embolien und eine intrakranielle Blutung.
Insgesamt lag damit das Risiko schwerer Komplikationen bei Warfarin-Patienten um mehr als die Hälfte niedriger (genauer gesagt um 52 Prozent) als in der Aspirin-Gruppe. Wie die Studienautoren erläutern, könne Warfarin von älteren Personen häufiger genutzt werden – ohne Sicherheitsrisiko. Antikoagulantien seien bei dieser Altersklasse nicht gefährlicher als Aspirin, schlussfolgern sie, obwohl die Studie nicht darauf ausgelegt worden sei, solche Unterschiede aufzuzeigen.

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