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Neurologie 6. September 2007

Neuer Zellmarker gefunden

Ein italienisch-deutsches Forscherteam hat Suppressor-Zellen nachgewiesen, die bei MS-Patienten stark verringert sind.
Diese Suppressorzellen weisen an der Oberfläche das Merkmal CD39 auf. Sie bauen die energiereiche Verbindung ATP in zerstörtem Gewebe ab. Dadurch wirken sie bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems entzündungshemmend. Mit den CD39-Zellen wurde zum ersten Mal ein zellulärer Marker identifiziert, dessen Abwesenheit direkt mit der Entstehung der Krankheit in Verbindung gebracht werden kann (Blood Vol. 110, Nr. 4, 1225-32, 2007).
Wie die Wissenschafter berichten, könnte der Grad der Verringerung von CD39-Zellen bei der Diagnose der Erkrankung helfen. Bislang wurde die Erkrankung mittels Antikörpern in der Hirnflüssigkeit oder durch Kernspintomographie diagnostiziert.
Bei multipler Sklerose zerstören autoreaktive Immunzellen die Isolationsschicht der Nervenzellen. Dadurch wird die Fortleitung elektrischer Signale erschwert. Regulatorische T-Zellen verhindern im Gesunden das Auftreten autoreaktiver Immunzellen. Erst vor kurzem hatten Forscher an der Universität Heidelberg herausgefunden, dass Patienten mit Multipler Sklerose nicht ausreichend regulatorische T-Zellen nachbilden können, so dass die überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems nur unzureichend gebremst wird. Weiters konnten Arbeitsgruppen in den USA und Europa zeigen, dass minimale Änderungen der Gene für CD25 und CD127 das MS-Risiko leicht erhöhen. CD 25 und 127 sind Oberflächenmarker regulatorischer T-Zellen, auch bekannt als Interleukin 2 und Interleukin 7.

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