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Neurologie 1. August 2008

Juveniler Schlaganfall in Österreich – Daten aus dem Österreichischen Schlaganfallregister

Viele Aspekte des juvenilen Schlaganfalls wurden bereits an kleinen bis mittelgroßen Fallserien beschrieben. Wir analysierten den großen Datensatz des Österreichischen Stroke Unit Registers in Hinblick auf Schweregrad, Ätiologie, Risikofaktoren und Outcome von Schlaganfällen in den verschiedenen Altersgruppen. Im österreichweiten Stroke Unit Register wurden zwischen März 2003 und Februar 2007 13.440 Männer und Frauen mit ischämischem Schlaganfall oder einer transitorisch-ischämischen Attacke jenseits des 18. Lebensjahres registriert. Eine Vielzahl von Parametern wurde bei Aufnahme und Entlassung, sowie in einem 3-Monats-Follow-up erhoben 749 (5,6 %) Patienten waren zwischen 18 und 45 bzw. 1895 (14,1 %) zwischen 18 und 55 Jahre alt. Unter den bekannten Schlaganfallätiologien waren in der jungen Population (18.–45. Lebensjahr) die Dissektion und kardiale paradoxe Embolie die häufigsten. Ab der 4. Lebensdekade nahmen – parallel zum Anstieg der vaskulären Risikofaktoren – die Häufigkeit von arteriosklerotisch bedingter Mikro- und Makroangiopathie zu. Im 3-Monats-Follow-up waren 1.4 % der jungen Schlaganfallpatienten (≤55 Jahre) und 9,2 % der über 55-Jährigen verstorben, eine gutes klinisches Outcome (mRS 0–2) wurde bei 88,3 % bzw. 65,3 % beobachtet. In der multivariaten Analyse war junges Alter (≤55 Jahre) ein signifikanter Prädiktor für Selbständigkeit nach 3 Monaten (Odds Ratio [95 % Konfidenzintervall] 3,4 [2,4–5,0]) unabhängig von Geschlecht, NIH-SS bei Aufnahme, begleitenden Risikofaktoren, erfolgter Lysetherapie und Ätiologie. Bei jungen Männern ist die Zeitspanne zwischen Manifestation des Schlaganfalls und Eintreffen im Krankenhaus signifikant länger als in der restlichen Population, was Anlass zu entsprechenden Aufklärungskampagnen geben sollte.

Michael Knoflach, Martin Furtner, Artur Mair, Georg Wille, Alexandra Zangerle, Barbara Prantl, Judith Schwaiger, Julia Ferrari, Stefan Schnabl, Michael Spiegel, Christopf Schmidauer, Stefan Kiechl, Johann Willeit, Wiener Medizinische Wochenschrift

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