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Neurologie 1. August 2008

Verschlechterung bei Patienten nach Aufnahme an einer Stroke Unit – Ergebnisse aus dem Österreichisc

Eine klinische Verschlechterung innerhalb der ersten Stunden bis Tage bei Patienten, die mit einem ischämischen Schlaganfall oder einer TIA stationär aufgenommen wurden, kann in bis zu einem Drittel der Patienten beobachtet werden. Wir untersuchten anhand einer großen Patientenzahl die Häufigkeit einer leichten bzw. starken Verschlechterung und die möglichen Einflussfaktoren in einer vorläufigen Analyse. In das internetbasierte österreichweite Stroke Unit Register wurden von März 2003 bis Februar 2007 11616 Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall oder einer TIA und einem sowohl bei Aufnahme als auch bei Entlassung dokumentierten NIHSS eingegeben. 363 (3,13 %) dieser Patienten zeigten eine leichte Verschlechterung (NIHSS zwischen Aufnahme und Entlassung 2 oder 3 Punkte) und 559 (4,81 %) eine starke Verschlechterung (NIHSS Differenz 4 oder mehr Punkte). In einer logistischen Regressionsanalyse blieben folgende Faktoren unabhängig mit einer leichten Verschlechterung assoziiert: Diabetes mellitus [OR (95 %CI) 1,8 (1,3–2,4)], arterielle Hypertonie [1,8 (1,2–2,8)], ein kardiogen embolisches Ereignis [1,6 (1,1–2-4)] und eine Makroangiopathie als Ursache für das ischämische Ereignis [1,7 (1,2–2,6)]. Für eine schwere Verschlechterung blieben in der multivariaten Analyse noch folgende Faktoren unabhängige Prädiktoren: höheres Alter [1,0 (1,0–1,1)], arterielle Hypertonie [1,4 (1,1–2,0)], Diabetes mellitus [1,5 (1,2–1,9)], ein höherer NIHSS bei Aufnahme [1,1 (1,0–1,1)] und eine Makroangiopathie [1,8 (1,3–2,4)]. Dies unterstreicht erneut die Notwendigkeit einer raschestmöglichen Risikofaktorenerhebung und diagnostischen Abklärung, um durch gezielte therapeutische Maßnahmen einen Teil der Verschlechterung eventuell verhindern zu können.

Julia Ferrari, Agathe Flamm-Horak, Agnes Lischka-Lindner, Michael Knoflach, Stefan Schnabl, Wilfried Lang, Wiener Medizinische Wochenschrift

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