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Neurologie 1. Februar 2008

Sexualität bei Chorea Huntington

Sexualität und Partnerschaft beeinflussen die Lebensqualität von Patienten mit einer chronischen Erkrankung häufig sehr. Bei Chorea Huntington (HD) konnten bei Männern in bis zu 85 % und bei Frauen bis zu 75 % sexuelle Störungen gefunden werden. Die Mehrzahl leidet unter reduziertem sexuellem Verlangen, aber auch von stark gesteigerter Libido und Paraphilien wird berichtet. Weitgehend ungeklärt ist auch, ob die sexuelle Dysfunktion ein spezifisches Symptom der HD ist oder ob psychosoziale Faktoren, bedingt durch das kontinuierliche Fortschreiten der Erkrankung, ursächlich dafür sind. Zukünftige Studien sollten auch asymptomatische Patienten einschließen, um sexuelle Veränderungen, die neurologischen Symptomen möglicherweise vorausgehen, zu erfassen. Partner sollten miteinbezogen werden, um Störungen objektivieren zu können. Zusätzliche Studien, die Zusammenhänge von Depression, Gereiztheit und Demenz mit sexuellen Störungen explorieren, sind sicher weiterhin notwendig, um die Hintergründe der Veränderungen verstehen zu können. In der derzeitigen Literatur gibt es nur vereinzelte Fallberichte zu Therapiemöglichkeiten von sexuellen Störungen bei HD, Leitlinien können nur von anderen Krankheitsbildern herangezogen werden.

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