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Neurologie 20. März 2006

Epilepsie-Kranke können meist problemlos sporteln

Regelmäßige intensive Bewegung kann die Anfallhäufigkeit senken, die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen und die Stimmungslage von Epilepsie-Patienten bessern.

Sport ist gesund – auch für Epilepsie-Kranke. Haben die Patienten maximal ein bis zwei fokale Anfälle pro Jahr, können sie uneingeschränkt Sport treiben. Bei häufigeren fokalen Anfällen oder Grand-mal-Anfällen sollte eine Begleitperson dabei sein. Darauf wies Dr. Christian Lipinski von der SRH-Kinderklinik in Neckargemünd hin. So kann Sport bei Epilepsie-Patienten die Anfallshäufigkeit senken, die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen und die Stimmungslage bessern. Darauf weisen sportmedizinische Untersuchungen hin.

Soziale Integration und Selbstvertrauen

Sport erleichtert zudem die soziale Integration der Patienten und steigert das Selbstvertrauen. Das ist gerade auch bei Epilepsie wichtig, da Anfallskranke oft antriebs- und lustlos sind. Um sie zu einem aktiven Lebensstil zu motivieren, sollten Ärzte sie über passende Sportarten und Verhaltensregeln informieren. Da 60 bis 70 Prozent der gut medikamentös eingestellten Epilepsie-Patienten dauerhaft anfallsfrei bleiben, bestehe für die meisten Epilepsie-Kranken beim Sport keine erhöhte Verletzungsgefahr, sagte Lipinski. Auch Arbeitsunfälle seien bei Epilepsie-Kranken nicht häufiger als bei Gesunden.
Bei maximal zwei fokalen Anfällen pro Jahr gebe es keinerlei Einschränkungen beim Sport, so Lipinski. Für Personen mit häufigeren Anfällen gelten folgende Empfehlungen: Für Epilepsie-Kranke, die fokale Anfälle ohne und mit Bewusstlosigkeit haben, ist Vorsicht bei Wassersport geboten - hier sollte auf jeden Fall eine Begleitperson dabei sein. Haben die Patienten eine lange Aura, bleibt meist genug Zeit, die Begleitpersonen zu informieren und sich selbst zu sichern. Bei Patienten mit kurzer oder fehlender Aura sollte Wassersport vermieden werden, ebenso jede andere Sportart mit einer erhöhten Fremd- und Eigengefährdung oder mit erhöhter Sturzgefahr, etwa Fahrradfahren oder Schilaufen.
Patienten mit Grand-mal-Anfällen sollten besser zusammen mit einer in erster Hilfe kundigen Begleitperson Sport treiben und ebenfalls Sportarten mit Fremd- und Eigengefährdung meiden.

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