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Zu hoher Zuckerkonsum beeinflusst den Kortex in den Alzheimerregionen.
 
Neurologie 10. August 2016

Kuchen und Bratwurst? Im Alter besser vergessen!

Studien deuten darauf hin, dass Senioren, die gern süß und fett speisen, einen dünneren Kortex aufweisen.

Ältere Menschen mit hohem Fett- und Zuckerkonsum zeigen in Hirnregionen, die auch für Alzheimer relevant sind, einen deutlich ausgedünnten Kortex. Ob dies tatsächlich an der Ernährung liegt, ist jedoch unklar.

Eine schlechte Ernährung zählt mittlerweile neben wenig Bewegung und einer soziokognitiven Trägheit zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für eine Demenz. Wobei sich der Einfluss der Ernährung nur schwer von anderen Risiken abgrenzen lässt: Oft sind es ja gerade wenig gebildete und körperlich inaktive Menschen, die auf Pommes und Bratwürste setzen.

Auf der anderen Seite sind hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte nicht besonders gut für die Gefäße, und was den Gefäßen schadet, schadet eben auch dem Gehirn. Die Ernährung könnte also durchaus einen Einfluss auf das Alzheimer- und Demenzrisiko haben. Da Atrophiemessungen im Labor mittlerweile en vogue sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand den Zusammenhang zwischen Kortexdicke und Ernährung unter die Lupe nehmen würde.

So wurde auf dem europäischen Neurologenkongress in Kopenhagen eine Querschnittsuntersuchung von Teilnehmern der Mayo Clinic Study of Aging präsentiert, in der Forscher per MRT die Kortexdicke vor allem in solchen Arealen untersucht hatten, die bei Alzheimer stark betroffen sind, darunter Bereiche im entor-hinalen Kortex sowie im unteren und mittleren Temporallappen.

Beteiligt waren 672 kognitiv gesunde ältere Personen im mittleren Alter von 80 Jahren. Alle füllten einen ausführlichen Ernährungsfragebogen aus, über den sich Fett-, Zucker-, Kalorien-, und Vitaminaufnahme bestimmen ließen. Bei Teilnehmern mit einem erhöhten Kohlenhydratkonsum im Allgemeinen und viel Zucker im Besonderen ließ sich ein signifikant dünnerer Kortex in den Alzheimerregionen nachweisen als bei Teilnehmern mit ausgewogener Ernährung.

Faktor Einsamkeit

Eine ähnliche Beziehung konnten Neurologen um Dr. Sarah Staubo von der Karls-Universität in Hradec Králové, Tschechien, auch bei erhöhtem Gesamtfettanteil und vermehrtem Konsum von gesättigten Fetten feststellen. Wurden hingegen Personen untersucht, die viel Vitamine über die Nahrung aufnahmen, was auf einen hohen Obst- und Gemüsekonsum deutet, so war die Kortexdicke in den Alzheimer-Risikoregionen signifikant erhöht.

Die tschechischen Forscher hatten immerhin Gesamtkalorien, Bildungslevel, BMI und andere vaskuläre Faktoren wie Diabetes, Hypertonie oder KHK bei ihren Berechnungen berücksichtigt. Da es sich jedoch um eine Querschnittstudie mit subjektiven Angaben handelt, lässt sich nicht sagen, was Ursache und Wirkung ist. Auch könnten noch weitere Faktoren wie Bewegungsarmut oder soziale Isolation das Ergebnis verzerrt haben: Wer im Alter alleine lebt, ernährt sich häufig ungesünder als ältere Menschen mit guten sozialen Kontakten. Vielleicht ist hier jedoch eher die Isolation der relevante Faktor.

Quelle: EAN-Kongress 28.–31.5.2016, Kopenhagen, Vortrag „Ageing and dementia“. O2204: Staubo et al., Higher intake of fats and carbohydrates is associated with smaller cortical thickness, whereas higher intake of vitamins is associated with larger cortical thickness.

springermedizin.de, Ärzte Woche 26/2016

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