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© Pablo Mendez / UNIGE.
Nervenzellen des Hippocampus drücken ein Protein (in Rot) aus, dass es erlaubt, die neuronale Aktivität mit einem Lichtstrahl zu kontrollieren. Rechts: Wissenschaftler steuern die Aktivierung der Neuronen (in Grün).
 
Neurologie 9. August 2016

Warum Erinnerungen im Gedächtnis bleiben

Neuronen rotten sich zusammen, um nicht zu vergessen.

Forscher der medizinischen Fakultät der Universität Genf (UNIGE) haben entdeckt, wie das Gehirn die Anzahl von Nervenzellen kontrolliert, die an der Bewahrung von Erinnerungen beteiligt, indem sie gezielt Zellen im Hippocampus aktivierten.

Eine Forschungsgruppe der medizinischen Fakultät der Universität Genf (UNIGE) hat entdeckt, wie das Gehirn die Anzahl von Nervenzellen kontrolliert, die an der Bewahrung von Erinnerungen beteiligt, indem sie gezielt Zellen im Hippocampus aktivierten. Die Ergebnisse der Studie erschienen letzte Woche im Fachjournal Neuron.

Die Spur, die eine Erinnerung in unserem Gehirn hinterlässt, wird als Engramm bezeichnet und besteht aus seiner Ansammlung von Zellen im Hippocampus. Während der Verschlüsselung von Erinnerungen formieren sich die Zellen der Engramme zu einem Netzwerk. Damit sich eine Erinnerung festigen kann, muss die richtige Anzahl von Zellen aktiviert werden. Werden zu viele Zellen mobilisiert, kann das die Speicherung von Informationen beeinträchtigen.

Um die Stabilität einer Erinnerung im Langzeitgedächtnis zu untersuchen, haben die Neurowissenschaftler Mäuse eine Situation erleben lassen, um so eine Erinnerung zu erzeugen. Die Nager wurden der gleichen Situation dann noch ein paar weitere Male ausgesetzt. Mit Hilfe der sogenannten Optogenetik – eine Technik, die Optik und Genetik verbindet und durch die Neuronen lichtsensibel werden – stimulierten sie einige bestimme Neuronen in den Mäusehirnen. Dabei konnten sie beobachten, dass Zellen, die in einem Engramm eingespannt sind, unterdrückende Zellen aktivieren, die wiederum die Aktivierung von umliegenden Neuronen verhindern. Mit der Identifikation dieses Inhibitionsmechanismus hat die Forschungsgruppe entschlüsselt, wie mobilisierte Neuronen die Größe eines zellulären Engramms kontrollieren und als Konsequenz somit auch die Stabilität einer kontextuellen Erinnerung. Pablo Mendez, Letztautor der Studie: „Da wir wissen wollten, wie die Größe des Engramms eine Erinnerung beeinflusst, haben wir die Mäuse mit Hilfe der Optogenetik dazu ‚gezwungen‘, mehr oder weniger Neuronen zu rekrutieren. Dadurch fanden wir heraus, dass eine Erinnerung umso besser behalten wird, je größer das Engramm ist. Das gilt aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Ist dieser überschritten, funktioniert die Erinnerung nicht mehr.“

Quelle: Université de Genève

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