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Neurologie 28. Oktober 2015

Standpunkte

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die ÖGPP hat sich in den letzten Jahren wieder verstärkt mit der Aufarbeitung der Geschehnisse während der Zeit der NS Psychiatrie und deren Folgen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart beschäftigt, wiewohl bereits in der Ära der gemeinsamen Fachgesellschaft mit der Neurologie und ebenso fortgesetzt ab der Zeit der eigenständigen Fachgesellschaft eine Reihe von Aktivitäten gesetzt worden war.

Es gab und gibt mehrere gute Gründe dafür – zum einen waren trotz zahlreicher hervorragender österreichischer psychiatrischer Publikationen aus den 1980er und 90er, bis Anfang der 2000er Jahre, ebenso zahlreicher Gedenkveranstaltungen in dieser Zeit einige hochberechtigte Fragen offengeblieben, vor allem die ersten 3 bis 4 Nachkriegsjahrzehnte betreffend. Zum anderen schien sowohl Wissen als auch Interesse an diesem grauenvollen Kapitel der Psychiatriegeschichte abzunehmen, was weder dem Ausmaß der Katastrophe noch dem Verstehen der Folgen, die nach Meinung mancher (inklusive mir selbst) massiv bis in die Gegenwart reichen, gerecht wird. Zudem gab es gerade in der Präsidentschaft meines Vorgängers, Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, neue Funde in der Psychiatrie in Hall, eine daraus resultierende öffentliche Diskussion und eine große Bereitschaft und Offenheit diesen Diskurs, auf der Basis der Erkenntnisse aus historischer Forschung, zu führen.

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