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Neurologie 28. September 2015

TAU-Impfung

Im Kampf gegen Alzheimer-Demenz läuft an der Uniklinik für Neurologie in Kooperation mit der Uniklinik für klinische Pharmakologie eine Phase I-Studie für die Entwicklung einer Tau-Protein-basierten Impfung.

Tau-Proteine sind maßgeblich am Stofftransport innerhalb der Nervenzellen beteiligt. Wenn Tau-Proteine hyperphosphoriliert sind, ist der Stofftransport gestört, es kommt zu Funktionsstörungen und führt schließlich zum Zelltod. Dies ist eine der Hauptcharakteristika der Alzheimer Demenz. „Die Verträglichkeit der Impfung ist gut“, sagt Studienleiter Peter Dal-Bianco. Die ersten Ergebnisse lassen die Hoffnung leben, dass man die ersten Schritte in Richtung einer Impfung gegen diese Ursache der Erkrankung gemacht habe, die allerdings erst in einigen Jahren zur Verfügung stehen wird. Dal-Bianco: „Die Phase II-Studie ist bereits im Laufen.“ Die Impfung soll die Reduktion des pathologischen Taus bewirken und damit die weitere Verschlechterung der Gedächtnisleistung stoppen. Dal-Bianco: „Die Tau-Proteine sind so etwas wie die Schwellenschrauben bei den Schienen im Zugverkehr. Geraten die ‚Schrauben‘ aus der Verankerung, führt das zur Entgleisung. Genau das passiert auch bei Alzheimer.“ Zehn Prozent aller Menschen über 65 Jahre und ein Drittel der Über-80-Jährigen leiden an der Alzheimer Demenz. Insgesamt sind 90.000 Menschen betroffen.

MedUni Wien, Ärzte Woche 40/2015

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