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Neurologie 15. Juni 2015

Thrombektomie im Fokus

Thrombus nach Schlaganfall mechanisch entfernen.

Thrombektomie, die mechanische Entfernung von Thromben nach Schlaganfall, wirkt hervorragend, das belegen neue Studien. „Die Überlegenheit der Thrombektomie gegenüber der medikamentösen Standard-Therapie wurde derart überzeugend belegt, dass die Studien vorzeitig gestoppt werden konnten“, berichtete Assoz.- Prof. Dr. Christian Enzinger, Univ.-Klinik für Neurologie, Med Uni Graz.

Mittels moderner bildgebender Diagnostik werden die Größe des Infarkts festgestellt und wie viel Gehirngewebe bereits unrettbar geschädigt wurde. Anhand dieser Daten wird die Auswahl getroffen, welche Patienten, von einer interventionellen Wiedereröffnung der betroffenen Gefäße profitieren. „Von 2011 bis 2014 haben wir in Graz 145 derartige Thrombektomien durchgeführt. In 84 % der Fälle ist es gelungen, das Gefäß zu rekanalisieren. Das Ergebnis war in 50 % der Fälle ausgezeichnet“, so Christian Enzinger. „Ausgezeichnet“ bedeutet in diesem Zusammenhang, die Patienten haben keine bleibenden Schäden durch den Schlaganfall. Im Vergleich zur rein medikamentösen Therapie konnte die Sterblichkeit halbiert werden. Die Grazer Ergebnisse sind durch die Studien EXTEND-IA  [1] und ESCAPE [2], welche im März im  New England Journal of Medicine publiziert wurden, bestätigt. Vor allem bei jüngeren Patienten mit großen Thromben in den proximalen Gehirngefäßen war die Thrombektomie erfolgreich. Aufgrund ihrer Größe lösen sich große Thromben unter medikamentöser Therapie nicht oder nur teilweise auf, mit dem Katheter sind sie allerdings gut zugänglich.   

Quelle: Med Uni Graz, Science ORF.at

Literatur

  1. Campell BC et al (2015) Endovascular therapy for ischemic stroke with perfusion-imaging selection. N Engl J Med 372(11):1009–1018
  2. Goyal M et al (2015) ESCAPE Trial Investigators. Randomized assessment of rapid endovascular treatment of ischemic stroke. N Engl J Med 372(11):1019–1030

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