zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 7. Oktober 2005

Lachen senkt den Blutdruck und macht gute Laune

Beim Lachen schüttet das Gehirn Endorphine aus. Dadurch verbessert sich die Stimmung und die Muskeln entspannen sich. Lach-Yoga wird auch in der Krebs- und Schmerztherapie eingesetzt.

Sie sitzen im Kreis, Mund und Augen sind weit aufgerissen. Die Teilnehmer des Lach-Yoga-Kurses lachen dabei laut: Hähähähä. Bei der nächsten Übung kommt das Lachen tief aus dem Bauch: Hohohoho. Lach-Yoga wird immer beliebter. Weltweit gibt es 1.200 Lachclubs. „Lach-Yoga kann man absolut empfehlen. Es gibt nur positive Nebenwirkungen“, so Prof. Dr. Ilona Papousek vom Institut für Psychologie an der Universität Graz.

„Beim Lachen schüttet das Gehirn Endorphine aus. Dadurch verbessert sich die Stimmung, die Muskeln entspannen sich, und durch das Lachen steigt der Sauerstoffgehalt im Blut“, sagt der indische Arzt Madan Kataria. Er hat 1995 das Lach-Yoga, auch Hasya-Yoga genannt, entwickelt. Dabei werden bestimmte Techniken des absichtlichen, grundlosen Lachens mit Atemübungen des Hatha-Yoga kombiniert.

Herzhaftes Lachen senkt den Blutdruck

„Durch ständige Wiederholungen gelangen mit der Zeit fast alle Kursteilnehmer in einen heiteren Zustand. Es ist, als ob ein Schalter umgelegt wird“, meint Papousek. „Die Methode ist einzigartig in ihrer Anwendbarkeit, da sie ohne Witze oder komische Situationen und ganz ohne kulturellen, religiösen oder ideologischen Überbau auskommt.“ Kinder lachen etwa 300 bis 400 Mal am Tag einfach so drauflos. Erwachsene tun es im Schnitt 15 Mal. Dabei kann sich herzhaftes Lachen positiv auf das Herz auswirken. Für eine Studie hat Papousek die Wirkung des Lachens auf 30 Schlaganfall-Patienten des Neurologischen Therapiezentrums Kapfenberg in der Steiermark untersucht.

Ergebnis: Regelmäßige Teilnahme an Lach-Yoga-Übungen scheint den Blutdruck zu senken. „Man muss jedoch noch weitere Studien abwarten, bevor man von einem deutlichen therapeutischen Nutzen ausgehen kann“, so die Psychologin. Für die Grazer Studie hatten 15 Patienten fünf Wochen lang bis zu drei Mal pro Woche eine halbe Stunde lang ein Lach-Yoga-Training besucht. Die Kontrollgruppe machte im gleichen Zeitraum Bewegungsübungen. „In der Bewegungsgruppe blieb der Blutdruck weitgehend gleich, in der Lachgruppe dagegen sank er“, so die Psychologin. Da die körperliche Betätigung in beiden Gruppen ähnlich war, führt sie den Effekt auf die Verbesserung der Stimmung und auf die stress-entlastende Wirkung des Lachens zurück. Im Gegensatz zur Bewegungsgruppe gaben die Mitglieder der Lach-Yoga-Gruppe an, dass sie sich wacher und weniger angespannt fühlen.

Papousek bietet mittlerweile regelmäßig am Grazer Institut Lach-Yoga-Kurse an. Immer öfter setzen auch Ärzte auf die positiven Auswirkungen des Lachens. Unter anderem wird Lach-Yoga in der Krebs- und Schmerztherapie und in der therapeutischen Arbeit mit depressiven Menschen eingesetzt. Seit Anfang 2002 gibt es auch einen Verband der deutschen Lach-Yoga-Therapeuten. Ziel ist, die gesundheitlichen Aspekte des Lachens hervorzuheben.

Lach-Kurse für einen entspannten Schulalltag

Auch Papousek bleibt am Thema dran. Ende April startet die Lach-Forscherin eine weitere Studie mit einem Lehrerteam an einer Grazer Schule. Fünf Wochen lang nehmen die Lehrer einmal die Woche an einem Lach-Yoga-Kurs teil. Papouisek: „Wir werden dann schauen, wie sich das Lachen auf den Schulalltag auswirkt.“

Infos zum Lach-Yoga-Erfinder Madan Kataria gibt es unter www.laughteryoga.org.
Mit dem Thema Humor und Medizin
beschäftigt sich auch der Verein HumorCare (www.humorcare.com).

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben