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Neurologie 6. Juli 2005

Schleudertrauma ist nun nachweisbar

Das derzeit objektiv kaum nachweisbare „Schleudertrauma“ muss häufig für Versicherungsbetrug und ungerechtfertigte Krankmeldungen her-halten. Ein neuer Test könnte diesen Missbrauch schon 2006 erschweren.

Mittels Elektromyografie werden zugleich die Aktivität der Nackenmuskeln gemessen und jene Reizmuster erfasst, die für Schmerzen des Bewegungsapparates typisch sind. „Die Methode hat eine Sensitivität von 93 Prozent bei einer Spezifität von 83 Prozent“, so Dr. Michael Kramer, Unfallchirurgie, Uniklinik Ulm. Bei den Tests erhalten die Patienten einen Helm mit integriertem Monitor. Darauf sehen sie eine Erdkugel im Weltraum, die vorüberzieht. Um der Bewegung der Kugel zu folgen, müssen sie den Kopf drehen. Die Kopfbewegungen werden dabei von Sensoren erfasst und an einen Computer weitergegeben. Dieser führt das Bild der Bewegung entsprechend nach. Die Patienten verlieren so mit der Zeit ihre räumliche Orientierung und wissen nicht, wie ihre Kopfposition gerade ist. Sensoren messen zugleich die elektrische Aktivität der Nackenmuskeln.

Vergleich mit Normkurve

Durch Messungen bei gesunden Teilnehmern wurde eine Normkurve erstellt. Mit dieser werden die Messergebnisse verglichen. Haben die Patienten Funktionsdefizite und Muskelschmerzen, lässt sich dies anhand der Abweichung von der Normkurve feststellen. Untersucht wurden Patienten mit einem Schleudertrauma II. Grades, also Betroffene mit Bewegungseinschränkungen, aber ohne neurologische Befunde. „Bei 83 Prozent dieser Patienten konnten wir Störungen nachweisen“, so Kramer. Wichtig ist dies etwa für Entschädigungsansprüche nach einem Unfall und um die Therapie zu verbessern. Laut Kramer soll bereits 2006 ein marktreifes Test-Produkt entstehen.

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