zur Navigation zum Inhalt
 
Neurologie 18. November 2014

Parasitosen mit Beteiligung des Zentralnervensystems

Die meisten Parasitosen manifestieren systemisch unter Einschluss des ZNS. Unter den häufigsten Parasitosen Zentraleuropas (Zysticercose, Toxocarose, Echinococcose, und Toxoplasmosis) ist die Beteiligung des Zentralnervensystems gut bekannt und meist Teil der klinischen Präsentation. Die Beteiligung des ZNS resultiert aus der Invasion von Larven dieser Parasiten über den Blutstrom oder durch direkte Migration in das ZNS. Am häufigsten nisten sich diese Larven im Parenchym des ZNS ein, manchmal aber auch in den Ventrikeln, den Meningen, in cerebralen Aneurysmen, oder im Rückenmark. In Abhängigkeit vom Stadium verursachen diese Larven eine fokale oder systemische Schädigung wie beispielsweise eine Enzephalitis, Ventrikulitis, Ependymitis, Arachnoiditis, Meningitis, Myelitis, Polyradikulitis, mechanische Behinderung des arteriellen oder Liquor Flusses, oder eine Vaskulitis mit entsprechender klinischer Präsentation. Klinisch manifestieren diese ZNS Pathologien als Kopfschmerz, Epilepsie, Bewusstseinsstörung, Orientierungsstörung, Störung der Kognition, als motorische, sensible oder vegetative Defizite, oder als Sehstörung. Die ZNS Beteiligung bei Parasitosen wird auf Grund der Klinik, des epidemiologischen Hintergrundes, auf Grund Blut bzw. Liquor Untersuchungen, Bildgebung, oder manchmal mittels Biopsie diagnostiziert. Die Therapie basiert auf der Gabe von Antihelminthika und gelegentlich Resektion.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben