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Neurologie 20. Oktober 2014

Vesikuläre Dopaminspeicherung

Eine schwächelnde Dopaminpumpe schädigt Hirnzellen von Parkinson-Patienten.

Eine Studiengruppe am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien untersuchte die Funktion einer intrazellulären Dopaminpumpe bei Parkinson-Erkrankten. Es zeigte sich, dass diese Pumpe das Dopamin bei M. Parkinson schlechter abpumpt und einspeichert. Wird Dopamin nicht ordnungsgemäß gespeichert, kann es zur Selbstzerstörung der betroffenen Nervenzellen führen. Im Gehirn vermittelt Dopamin den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Neuronen und wird dazu an den Kontaktstellen der entsprechenden Nervenzellen kontinuierlich neu gebildet, in Vesikeln gespeichert und nach Bedarf zur Wirkung freigesetzt. Bei Parkinsonkranken führt ein Absterben dieser Nervenzellen zum Dopaminmangel und dieser wiederum zu den bekannten Bewegungsstörungen wie motorischer Verlangsamung, Steifigkeit der Muskulatur und Zittern. Dass die Krankheit Parkinson durch Dopaminmangel verursacht wird, wurde bereits vor mehr als 50 Jahren Herbert Ehringer und Oleh Hornykiewicz entdeckt. Die Gründe für das Absterben der Nervenzellen bei der Parkinsonerkrankung sind jedoch noch nicht aufgeklärt. Jetzt ist man in der Ursachenforschung möglicherweise einen Schritt weiter gekommen: Eine Studie am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Christian Pifl und dem mittlerweile 87-jährigen Oleh Hornykiewicz verglich die Gehirne von verstorbenen Parkinson-Patienten mit jenen einer neurologisch gesunden Vergleichsgruppe [1]. Dabei gelang es erstmals, die Dopamin speichernden Vesikeln aus den Gehirnen so zu präparieren, dass man ihre Fähigkeit, Dopamin durch Hineinpumpen zu speichern, quantitativ messen konnte. Es stellte sich heraus, dass die Pumpen der Vesikel von Parkinson-Kranken das Dopamin schlechter abpumpten. „Diese Pumpschwäche und die damit verminderte Dopamin-Speicherleis - tung der Parkinson-Vesikel könnte dazu führen, dass sich in den Nervenzellen Dopamin ansammelt und dieses dann seine toxische Wirkung entfalten und die Nervenzellen zerstören kann“, erklärt Christian Pifl.

Quelle: MedUni Wien

1 Pifl C et al.: The Journal of Neuroscience 2014;34(24): 8210–8218

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