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Neurologie 12. September 2014

Parkinson-Patienten

Einnahmezeitpunkte genau beachten

Patienten, die gegen eine Parkinson-Erkrankung Medikamente einnehmen, sollten in der Apotheke über den genauen Einnahmezeitpunkt informiert werden. „Eine allgemeine Dosierungsempfehlung wie ‚dreimal täglich eine Tablette‘ oder ‚mittags‘ ist oft zu ungenau“, so Apothekerin Hiltrud von der Gathen beim internationalen Fortbildungskongress der Deutschen Bundesapothekerkammer pharmacon. „Besser ist es, dem Patienten die Einnahmezeitpunkte mit genauen Zeitangaben zu notieren und ihn dazu zu motivieren, die Medikamente pünktlich einzunehmen.“

Etwa 70 Prozent aller Parkinson-Patienten werden mit dem Wirkstoff Levodopa oder Medikamenten aus der Gruppe der so genannten Dopaminagonisten behandelt. Diese Medikamente gleichen den Mangel des körpereigenen Botenstoffs Dopamin aus, der für die Bewegungsstörungen der Patienten verantwortlich ist. Von der Gathen: „Ich empfehle, Levodopa nicht zum Mittagessen, sondern entweder 30 Minuten vor oder 90 bis 120 Minuten nach einer eiweißreichen Mahlzeit einzunehmen.“ Gelangt das Medikament gleichzeitig mit Milch, Eiern, Fleisch oder anderen eiweißreichen Lebensmitteln in den Magen, wird der Wirkstoff Levodopa nicht ausreichend ins Blut aufgenommen. Dadurch werden die Bewegungsstörungen nicht ausreichend behandelt. Die Dopaminagonisten werden hingegen zum Essen eingenommen. Wichtig ist die Beratung durch den Apotheker auch, um die Therapietreue der Patienten zu verbessern.

Nebenwirkungen erklären

Levodopa und Dopaminagonisten sind bewährte Medikamente, die gegen Bewegungseinschränkungen zuverlässig helfen. Wenn die Patienten die möglichen Nebenwirkungen dieser Medikamente kennen, können sie oft besser damit umgehen. „Patienten halten zum Beispiel eine zu Behandlungsbeginn auftretende Übelkeit für eine Unverträglichkeit. Das stimmt aber nicht: Die Übelkeit ist ein Zeichen dafür, dass die Wirkung der Medikamente einsetzt. Diese Nebenwirkung lässt zum Glück innerhalb von ein bis zwei Wochen deutlich nach“, sagte von der Gathen. Auch für andere häufige Begleitbeschwerden wie Verstopfung, Schlaf- oder Kreislaufstörungen sollte der Apotheker dem Parkinson-Patienten Lösungen aktiv anbieten.

abda.de

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