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Neurologie 12. Mai 2014

Embolie als Ursache unklarer Schlaganfälle

Bei jedem vierten ischämischen Schlaganfall bleibt die Ursache im Dunkeln. Eine internationale Arbeitsgruppe kommt zu dem Schluss, dass vielen dieser kryptogenen Schlaganfälle eine Thromboembolie als Ursache zugrunde liegt und diese Patienten daher in einer eigenen Krankheitsgruppe zusammengefasst werden sollten.

Trotz der zahlreichen Patienten mit ischämischem Schlaganfall unbekannter Ursache gab es für diese Patientengruppe in der Sekundärprävention seit zwei Jahrzehnten keine signifikanten Fortschritte. Die „Internationale Arbeitsgruppe Kryptogener Schlaganfall/ESUS“ hat sich deshalb intensiv mit neuen Erkenntnissen zur Pathophysiologie sowie mit der Evidenz der bildgebenden Diagnostik auseinandergesetzt und kam zu dem Ergebnis gekommen, dass bei den meisten dieser Schlaganfälle ein embolischer Mechanismus vorliegt.

Dies eröffne neue Optionen der Sekundärprävention. Womöglich seien bei diesem Patientenkreis NOACs effektiver als Thrombozytenfunktionshemmer bei Patienten mit arteriell bedingten Embolien. Der nächste Schritt sollte deshalb eine Vergleichsstudie sein, bei der ESUS-Patienten auf die beiden Wirkstoffklassen randomisiert werden.

Die Experten schlagen für die Untergruppe der kryptogenen Schlaganfälle mit embolischem Ursprung den Terminus ESUS (Embolic Stroke of Undetermined Source) vor. Bei diesen Patienten müsse eine ausreichende diagnostische Abklärung erfolgen, um kardiale Embolien mit hohem Risiko sowie eine fortgeschrittene Arteriosklerose der kleinen oder großen hirnversorgenden Gefäße als Schlaganfallursache auszuschließen.

Hart RG et al.: Embolic strokes of undetermined source; Lancet Neurol 2014; 13 (4): 429–38

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