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Neurologie 28. April 2014

Neuromodulation noch treffsicherer

Im AKH Wien wurden erstmalig bei einem Patienten die Elektroden nicht über dem Rückenmark, sondern direkt über der Hinterwurzel angebracht.

Mithilfe eines „Schmerz-Schrittmachers“ werden pathologische Nervensignale in ein Kribbeln umgewandelt. Der Schrittmacher wird üblicherweise im Rückenbereich oberhalb der Gesäßmuskulatur implantiert und über Elektroden mit dem Rückenmark verbunden. Die hierfür gängige Methode ist eine Anbringung der Elektroden an jenem Teil des Rückenmarks, in dem die Schmerzsignale geleitet werden.

An der Wiener Klinischen Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie wurden nun bei einem Patienten, der seit Jahren an einer äußerst schmerzhaften Post-Zoster-Neuralgie der Brustwand litt, die Elektroden direkt über der Hinterwurzel angebracht. Großteils liegt die Hinterwurzel außerhalb des Wirbelkanals. Die neue Methode hat den Vorteil, dass der Schmerz gezielter ausgeschaltet wird. Durch die höhere Treffgenauigkeit spart der Schrittmacher zudem Energie: der Akku muss nicht so oft geladen werden.

Auch für neuropathische Schmerzen, die man mit einer herkömmlichen Elektrostimulation nur unbefriedigend oder gar nicht behandelt werden können, weil die entsprechenden Nervenbahnen so weit von der Rückenmarksoberfläche entfernt liegen, soll die Hinterwurzelstimulation eine wirkungsvolle Alternative sein.

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