Die Steuerung der Aktivität des Enzyms LRRK2 eröffnet neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Medikamenten gegen M. Parkinson."/>
zur Navigation zum Inhalt
 
Neurologie 31. März 2014

Molekularer Schalter in Parkinson-Protein

Die Steuerung der Aktivität des Enzyms LRRK2 eröffnet neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Medikamenten gegen M. Parkinson.

M. Parkinson ist nach M. Alzheimer die häufigste neurodegenerative Krankheit. Ein Teil der Erkrankungen ist erblich bedingt und wird durch Mutationen bestimmter Gene hervorgerufen. Mutationen des Proteins LRRK2 gelten als die häufigste Ursache für vererbbaren M. Parkinson.

Eine Forschungsgruppe der Universität Kassel hat nun einen „molekularen Schalter" entdeckt, der die Aktivität dieses Proteins steuert. „Unsere Ergebnisse können Wege zur Entwicklung von Medikamenten aufzeigen, die dieses Protein in seiner Aktivität regulieren und so neue Ansätze zur Behandlung der vererbbaren Parkinson-Erkrankung bieten", erklärt Prof. Dr. Friedrich W. Herberg, Universität Kassel.

Das Protein LRRK2 wird auch „Dardarin" genannt. Der Name leitet sich vom baskischen Wort „dardara" für „zittern" her. In der menschlichen Zelle hat Dardarin eine Vermittlerfunktion, weil es andere Proteine mit Phosphaten beliefert. Eine besondere, bislang weitgehend unklare Rolle kommt dem Protein in bestimmten Zellen des Mittelhirns zu, die Dopamin produzieren. Bei Parkinson-Kranken sterben diese Zellen. Der daraus resultierende Dopamin-Mangel führt dann zu den bekannten Parkinson-Symptomen.

Die Kasseler ForscherInnen haben einzelne Bereiche des Dardarin genau untersucht. „Wir haben festgestellt, dass in Dardarin-Mutationen, die für vererbbaren Parkinson verantwortlich gemacht werden, die Phosphatversorgung in einem Bereich um die Aminosäure 1441 gestört ist", beschreibt Dipl. Biol. Kathrin Muda, eine der AutorInnen einer Studie, die jetzt im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Science" erschienen ist [1]. „Vor allem aber haben wir herausgefunden: Ein weiteres, sogenanntes 14-3-3-Protein kann im Bereich 1441 binden und damit Einfluss auf die Aktivität von Dardarin nehmen." Wie dieses zum Absterben der Zellen im Mittelhirn führt, ist bisher nicht bekannt. „Wenn man für die mutierte Variante des Dardarin einen Weg findet, die Bindung mit 14-3-3 durch einen anderen Mechanismus mit der gleichen Wirkung zu ersetzen, sind wir der Entwicklung von Medikamenten einen großen Schritt nähergekommen", erklärt Muda.

Quelle: idw/Universität Kassel
Literatur
1 Muda K et al.: doi: 10.1073/pnas.1312701111

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben