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Neurologie 30. Juni 2005

"Wer gehen lernen will, muss gehen"

Nur 20 Autominuten vom Stadtzentrum Graz entfernt befindet sich das modernste Rehabilitationszentrum Österreichs für neurologische und neuroorthopädische Erkrankungen. Unter der ärztlichen Leitung von Prim. Dr. Peter Grieshofer werden dort Therapiekonzepte nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel - Hochtechnologie und Menschlichkeit" angeboten.

Die moderne neurologische Rehabilitation fußt auf mehreren Standbeinen. Das Spektrum reicht von Physio- und Ergotherapie über Logopädie, Psychologie und Sporttherapie bis hin zur therapeutischen Pflege. Als Ergänzung dazu ergeben sich für spezifische Krankheitsbilder neue technologische Möglichkeiten, um die Prognose und Entwicklung der Erkrankung zu verbessern. Die Klinik Judendorf-Straßengel setzt als modernstes Zentrum auf diesem Gebiet ganz spezifische Akzente.

Lokomotionszentrum

Das Wiedererlernen oder auch Verbessern des Gehens ist eine der wichtigsten Aufgaben der neurologischen Rehabilitation. Durch jahrelange internationale Kontakte ist es nun gelungen, auch für Österreich ein Lokomotionszentrum aufzubauen. Die Installation des Lokomat®, die erste angetriebene Gehorthese, ermöglicht es erstmals, das Führen der Beine von gehbehinderten Patienten auf dem Laufband zu automatisieren. Dadurch werden die Therapeuten körperlich entlastet, und das Training kann länger und regelmäßiger durchgeführt werden, wodurch die Effizienz der Therapie steigt. 

Beschleunigungslaufband - Sturzvorbeugung

Durch den weltweit ersten Einsatz eines so genannten Beschleunigungslaufbandes - eine gemeinsame Entwicklung der Firma Woodway und der Klinik Judendorf-Straßengel - kann unter Gurtensicherung ein gefahrloses Training alltäglicher sturzgefährdender Situationen durchgeführt werden. Diese Technik verbessert die Gangsicherheit und reduziert die Gefahr von Knochenbrüchen. Gleichzeitig kann mit dieser Therapie auch die klassische Lokomotionstherapie mit teilweiser Gewichtsentlastung durchgeführt werden.

Multiple Sklerose und Kühltherapie

NASA-Technologie kommt Multiple-Sklerose-Patienten zugute. Mit dem Einsatz spezieller, aus der Raumfahrtindustrie entwickelter Kühlwesten ist es möglich, durch geringes Abkühlen der Körpertemperatur Verbesserungen verschiedenster durch Multiple Sklerose reduzierter Funktionen zu erzielen. Folglich werden für Multiple-Sklerose-Patienten die rehabilitativen Ergebnisse sowie die Lebensqualität verbessert. Ungefähr zwei Drittel der Multiple-Sklerose-Patienten zeigen eine positive Empfindlichkeit auf die Anwendung der Kühltherapie, wobei der Wirkeffekt von Patient zu Patient verschieden ist.

Kondition und Rehabilitation

Eine Verbesserung des konditionellen Zustandes ist für einen Rehabilitationserfolg von entscheidender Bedeutung. Mittlerweile ist bekannt, dass Immobilisierung, die bei neurologischen Krankheitsbildern oft Wochen dauern kann, das Muskelgewebe reduziert und somit auch die Remobilisierung deutlich erschwert.

Grieshofer: "Durch ein spezifisches, interdisziplinäres Trainingsprogramm kommt es zu einer Verbesserung der motorischen Basiseigenschaften mit Hilfe von Ergometer- und Sequenztraining." Es werden aber auch durch verschiedene Trainingsmethoden gruppendynamische Prozesse ausgelöst, die bereits erzielte Fortschritte der Rehabilitation festigen und die Eigeninitiative fördern.

Der Angehörige als Co-Therapeut

Trotz technologischer Entwicklungen müssen der Patient und der Angehörige im Mittelpunkt stehen. Der ärztliche Leiter Grieshofer hat bereits vor Jahren die Philosophie "Der Angehörige als Co-Therapeut" entwickelt. Dieses Konzept kennt keine fix geregelten Besuchszeiten, ermöglicht - nach Rücksprache - die aktive Teilnahme an allen Therapien und sieht die gemeinsame Abklärung von Hilfestellungen für zu Hause vor, inklusive psychologischer Beratung.

Die Klinik Judendorf-Straßengel hat mit allen Sozialversicherungsträgern Österreichs ein Direktverrechnungsabkommen. Aber auch für Patienten, die nach einem Klinikaufenthalt die häusliche Umgebung bevorzugen, bietet das neue Zentrum die Möglichkeit einer halbstationären Rehabilitation. Stationäre Anschlussheilbehandlungen werden auf Überweisung von Akutkrankenhäusern, Sozialversicherungen oder niedergelassenen Ärzten durchgeführt.

Die Klinik Judendorf-Straßengel verfügt über 72 behindertengerecht ausgestattete Zweibettzimmer mit je 30 Quadratmeter inklusive Nass-zelle. 120 Mitarbeiter betreuen die Patienten. Errichtet wurde das Re-habzentrum von der privaten Betreibergesellschaft Mare, die auf Projektentwicklung im Kur- und Thermentourismus spezialisiert ist. Mit der Klinik Judendorf-Straßengel GmbH, die sich aus der Klinik Judendorf-Straßengel selbst und dem Rehabilitationszentrum im LKH Stolzalpe zusammensetzt, erweitert sich das Unternehmen um 200 Betten für neurologische, neuroorthopädische und orthopädische Rehabilitation. 

Anschrift: Klinik Judendorf-Straßengel, Grazer Straße 15, 8111 Judendorf-Straßengel. Tel. 03124/90-520, Fax 03124/90-520-2020, eMail:

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