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Neurologie 28. Oktober 2013

Management von postoperativen Schmerzen

Eine leitlinien-gerechte Vorgangsweise beim Management von postoperativen Schmerzen führt nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen. Das zeigen Daten aus dem internationalen Akutschmerz-Register PAIN OUT, die beim EFIC-Kongress in Florenz präsentiert wurden.

„Behandlungsleitlinien sind ein wichtiges Instrument, um Behandlern Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung zu stellen und die Behandlungsergebnisse zu verbessern“, sagte Projektleiter Prof. Winfried Meißner von der Universitätsklinikum Jena. „Die Frage ist, ob sich leitliniengerechtes Handeln in heterogenen Gruppen von Patienten tatsächlich in besseren Ergebnissen widerspiegelt.“

Diese Frage kann nur teilweise positiv beantwortet werden , zeigt die PAIN OUT Erhebung (Abstract Zaslansky et al). Insgesamt 6.347 Patienten in elf Zentren, die sich einem orthopädischen oder allgemeinchirurgischen Eingriff unterziehen mussten, wurden nach Messgrößen für ein positives Ergebnis befragt: ob sie sich in die Entscheidung über die Schmerztherapie in ausreichendem Maß eingebunden fühlten und wie intensiv sie ihren Schmerz erlebten. Zugleich wurde erhoben, ob die Patienten Informationen über postoperative schmerztherapeutische Optionen erhalten hatten und ob das Pflegepersonal ihren Schmerzstatus erhob und dokumentierte – beide Maßnahmen werden in Leitlinien empfohlen.

Zwei Drittel der Patienten gaben an, vor dem Eingriff über schmerztherapeutische Optionen aufgeklärt worden zu sein, bei drei Vierteln von ihnen wurde die Intensität der postoperativen Schmerzen vom Pflegepersonal dokumentiert.

Im Verbindung zum Outcome gesetzt, fiel die Bewertung gemischt aus, so Meißner: „Wer eine Patientenaufklärung bekommen hatte, fühlte sich öfter in die Behandlung gut eingebunden, hier gab es einen klaren Zusammenhang zwischen Maßnahme und Outcome. Die Schmerzdokumentation hingegen hatte keinen eindeutig positiven Effekt auf die empfundene Schmerzintensität. Empfehlungen aus Leitlinien lassen sich also nicht so einfach in den Behandlungsalltag übertragen.” Wichtig sei es daher, neben der Umsetzung von Leitlinienempfehlungen immer wieder die Ergebnisqualität zu messen – wie dies mit PAIN OUT im Bereich der Schmerztherapie leicht möglich ist.

Quelle: 8. Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC, 9. – 12. Oktober 2013, Florenz

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