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Neurologie 28. Oktober 2013

Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit

Chronische Schmerzpatienten sprechen stark auf Placebo an.

Bei Menschen mit chronischen Schmerzen zeigt sich ein starker Placebo-Effekt, positive frühere Erfahrungen mit Schmerzmedikamenten scheinen dabei eine Rolle zu spielen. Das zeigt eine Studie, die beim EFIC-Kongress präsentiert wurde. In einer anderen Studie führte Placebo bei Rückenschmerzpatienten nicht nur zur Schmerzlinderung, sondern auch zu einer verbesserten funktionellen Beweglichkeit.

Chronische Schmerzpatienten entwickeln genau wie gesunde Personen einen starken Placebo-Effekt, wobei die Linderung ihrer chronischen Schmerzen ausgeprägter ist als die Reduktion der experimentell verursachten Schmerzen. Vorangegangene Erfahrungen mit Schmerzmedikamenten beeinflussten das Ausmaß der gezeigten Placebo-Analgesie. Das zeigt eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, Medizinischen Fakultät Mannheim/Universität Heidelberg und der Universität Hamburg (Abstract Kamping et al, Placebo effects in chronic pain patients and the role of experience with medication).

Die Schmerzforscher setzten 49 chronische Schmerzpatienten einem Schmerzreiz am Daumenballen aus und verglichen die empfundene Schmerzstärke vor und nach der Verabreichung eines Scheinmedikaments ohne Wirkstoff. Studienautorin Dr. Sandra Kamping vom ZI Mannheim: „Patienten, die positive Erfahrungen mit Schmerzmedikamenten berichten , zeigten eine ausgeprägtere Schmerzlinderung.“

Eine andere Untersuchung der Forscher aus Mannheim und Hamburg ging der Frage nach, wie frühere Erfahrungen und Einstellungen den Placebo-Effekt bei chronischem Rückenschmerz beeinflussen, und zwar im Hinblick auf das Schmerzempfinden, die funktionelle Leistungsfähigkeit und dahinter stehende neurobiologische Mechanismen (Abstract Mueller et al, The role of prior experience for placebo effects in the treatment of chronic back pain). „Eine Placebo-Intervention bewirkte eine Schmerzlinderung und verbesserte die funktionelle Beweglichkeit bei chronischen Rückenschmerzpatienten“, berichtete Maike Müller vom ZI Mannheim. „Die neuronalen Mechanismen, die dem Placebo-Effekt zugrunde liegen, scheinen sich bei Schmerzpatienten von denen bei Menschen ohne chronische Schmerzen zu unterscheiden.“

Quelle: 8. Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC, 9. – 12. Oktober 2013, Florenz

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