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Wie hängen Schlafapnoe und Kopfschmerzen zusammen?
 
Neurologie 28. Oktober 2013

Obstruktive Schlafapnoe

Wie nächtliche Atemaussetzer Schmerzen verursachen.

Eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) beeinträchtigt die Schlafqualität empfindlich. Aufgrund der Atemstillstände sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, es kommt zur Weckreaktion des Körpers. Das Sauerstoffdefizit gefährdet bekanntermaßen Herz und Hirn und könnte – so die Hypothese US-amerikanischer Forscher – Auslöser für die gesteigerte Schmerzempfindlichkeit von OSA-Patienten sein.

Grundlage der Untersuchung sind Daten von 634 OSA-Patienten aus der Cleveland Family Study, in der versucht wurde, genetische und phänotypische Merkmale von OSA-Betroffenen zu identifizieren. Anthony G. Doufas von der Stanford University School of Medicine und seine Kollegen konzentrierten sich in ihrer Untersuchung (Doufas AG et al. Nocturnal Intermittent Hypoxia Is Independently Associated with Pain in Subjects Suffering from Sleep-disordered Breathing. Anesthesiology 2013, online 10. September; doi: 10.1097/ ALN.0b013e3182a951fc)ausschließlich auf Probanden, deren Schlaf detailliert im Rahmen einer Polysomnografie beurteilt und deren biochemisches Profil mit Fokus auf Entzündungsmarker erstellt worden war. Neben Daten des genetischen Screenings auf 105 verdächtige Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP) lagen auch Angaben über kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen vor.

Alle 634 Teilnehmer berichteten n über Schmerzen: 52,7 Prozent bejahten die Frage nach morgendlichen Kopfschmerzen, bei 40,7 Prozent beeinträchtigten die Kopfschmerzen den Schlaf, 31,4 Prozent hatten Schmerzen in der Brust, solange sie im Bett lagen, und bei 58,0 Prozent machten allgemeine Schmerzen das nächtliche Durchschlafen unmöglich.

Zu wenig Sauerstoff tut weh

Während die Studienautoren keinen Zusammenhang zwischen der Schmerzsymptomatik und den Schlafunterbrechungen oder den im Serum gemessenen Zytokinen feststellen konnten, fand sich ein solcher für die nächtlichen Hypoxämien definiert als minimale arterielle Sauerstoffsättigung (SaO2) während des Schlafes.

Mit sinkender minimaler SaO2 stieg die Wahrscheinlichkeit morgendlicher Kopfschmerzen (adj. OR pro SD = 1,36, 95% CI 1,08-1,71; p = 0,009), Schlaf unterbrechender Kopfschmerzen (1,29, 95% CI 1,10-1,51; p = 0,002) sowie Brustschmerzen im Bett (1,37, 95% CI 1,10-1,70; p = 0,004). Sank die minimale arterielle Sauerstoffsättigung von 92 Prozent auf 72 Prozent, verdoppelte sich gar die Schmerzwahrscheinlichkeit.

Auch ein Single-Nucleotid-Polymorphismus der alpha-1-Kette des Kollagen Typ XI (COL11A1-rs1676486) war mit der Schmerzwahrscheinlichkeit assoziiert, zumindest was Schlaf beeinträchtigende Kopfschmerzen (OR 1,72, 95CI 1,01-2,94; p = 0,018) und allgemeine Schmerzsymptome (OR 1,89; 95%CI 1,14-3,14; p = 0,001) betrifft.

Frage nach Kausalität bleibt unbeantwortet

Nach Einschätzung von Doufas und Kollegen scheint die Hypoxämie bei OSA-Patienten nicht nur Herzkreislauferkrankungen und Gedächtnisleistungsstörungen zu begünstigen, sondern auch Risikofaktor für chronische Schmerzen zu sein. Allerdings, betonen die Studienautoren, lasse das Studiendesign keine Aussagen zur Kausalität zu.

 

springermedizin.de, Ärzte Woche 44/2013

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