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Neurologie 28. Oktober 2013

Kognitive Störungen bei MS

Multiple Sklerose ist im Lauf der Erkrankung sehr oft mit sinkender Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeitsstörungen kombiniert.

MS-Patienten haben generell häufig Probleme damit, Unwichtiges auszublenden. Studienleiterin Veronika Schöpf: „Sie sind praktisch im ständigen Alarmmodus“. Das Aufmerksamkeitssystem ist zu hoch aktiviert und nimmt, z. B. beim Fernsehen oder bei einem Gespräch, auch völlig unwichtige Nebengeräusche wahr. Dadurch ist die Konzentration auf das Wesentliche gar nicht oder nur beeinträchtigt möglich. Außerdem tun sich MS-Patienten schwer damit, etwas Bestimmtes zu suchen und auch zu finden. Die hohe Aktivierung führt demnach auch zu mangelnder Gedächtnisleistung und beeinträchtigt zugleich die Fähigkeit, neue Dinge aufzunehmen.     

In einer Metaanalyse konnte nun nachgewiesen werden, dass diesen Störungen funktionelle Veränderungen im Gehirn zugrunde liegen und dass diese auch mittels funktioneller Bildgebung dargestellt werden können. „Bei den meisten Menschen liegt das Zentrum für diese Leistungen in der rechten Gehirnhälfte, bei vielen MS-Patienten liegt es aber links, so wie auch bei vielen Epilepsie-Patienten“, so die Erstautorin Kathrin Kollndorfer. Diese Erkenntnisse könnten in die Entwicklung personalisierter Therapien fließen, um frühzeitig diesen kognitiven Störungen entgegen zu wirken.

„Die meisten Studien, die diese Fragestellung mit funktioneller Bildgebung bisher behandelt haben, haben meistens nur sehr kleine und heterogene Stichproben untersucht, die sich in Bezug auf Alter, Geschlecht oder Krankheitsdauer deutlich unterscheiden. Wir haben alles, was es an Studien bisher gab, ausgewertet“, erklärt Schöpf.

Kollndorfer K et al.:; Neuroscience & Biobehavioral Reviews 2013; in press

MedUni Wien/CL, Ärzte Woche 44/2013

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