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Neurologie 30. Juni 2005

Gehirnoperation für Epileptiker in Aussicht

London. Eine neue Magnet-resonanz-Untersuchungsmethode soll bei Epileptikern jene Stelle im Gehirn haargenau lokalisieren, wo ein Anfall ausgelöst wird. Wissenschaftler der National Society for Epilepsy sowie des University Collage London haben diese Technik entwickelt. Sie soll Voraussetzung für Gehirnoperationen bei Epileptikern sein, vor allem für jene Leidenden, die nicht auf medikamentöse Behandlung ansprechen.

Bei der Untersuchungsmethode tritt das starke magnetische Feld in Interaktion mit dem Wasser zwischen den Gehirnzellen. In den betroffenen Gehirnbereichen sind die durch epileptische Anfälle getöteten Zellen nicht so eng zusammengepackt wie gewöhnlich, sondern es ist mehr Wasser zwischen den Zellen vorhanden.

Zwei Eingriffe sind nötig: Zuerst werden Elektroden an jener Stelle im Gehirn eingepflanzt, die für den Auslöser der Anfälle gehalten wird. Die im Hirn gemessene elektrische Aktivität soll die Vermutung anschließend bestätigen. Bei der folgenden Operation wird dieser Gehirnteil entfernt.

Eine der ersten Patientinnen, die auf diese Art untersucht und operiert wurden, ist die 37-jährige Anuja Rawal, die seit 11 Jahren an Epilepsieanfällen leidet. Sie soll die Operation gut überstanden haben. Ihr Chirurg, W. Harkness, sagte zum Risiko des Eingriffs: "Ein schwerer Epileptiker trägt jedes Jahr das Risiko, eine ernste Verletzung zu erleiden oder zu sterben. Vielleicht ist das Risiko der Operation gleich hoch wie jenes, mit der Epilepsie zwei oder drei Jahre zu leben."

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