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Neurologie 28. Jänner 2013

Frühstadium Parkinson

Nicht-motorische Symptome häufig.

Nicht-motorische Symptome treten häufig bereits im Frühstadium des M. Parkinson auf. In einer Studie mit Hausarztpatienten sind britische Forscher dabei auf ein überraschend breites Spektrum von Beschwerden gestoßen.

An der Untersuchung hatten sich 159 Patienten mit frisch diagnostiziertem M. Parkinson, die in 70 Hausarztpraxen betreut wurden, und 99 Kontrollpersonen im Durchschnittsalter von 67 Jahren beteiligt. Mit dem „Nonmotor Symptom Questionnaire“ (NMSQuest) wurden sie nach nicht-motorischen Parkinsonsymptomen gefragt. NMSQuest ist ein 30 Punkte umfassender Fragebogen zu neuropsychiatrischen, schlafbezogenen, urogenitalen, gastrointestinalen, sensorischen und kognitiven Störungen, die mit M. Parkinson in Zusammenhang stehen.

Wie die Wissenschaftler unter Führung von Tien Khoo, Newcastle University, herausfanden, litten Parkinsonpatienten im Frühstadium im Durchschnitt bereits an 8,4 nicht-motorischen Symptomen, verglichen mit 2,8 bei den Kontrollprobanden. Am häufigsten fand sich eine Hypersalivation (56% vs. 6,1%). Ebenfalls häufig zu finden waren Harndrang (46,5% vs. 19,2%), Hyposmie (44,7% vs. 10,1%), Angstgefühle (42,8% vs. 10,1%) und Obstipation (42,1% vs. 7,1%).

Viele Patienten berichten von Halluzinationen

Ein überraschender Befund war die Häufigkeit visueller Halluzinationen unter den an Parkinson Erkrankten. Rund jeder Fünfte berichtete von solchen Erlebnissen. Von den Kontrollpersonen hatte kein einziger halluziniert. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass manche Probanden die entsprechende Frage nicht richtig interpretiert hätten, schreiben Khoo und Kollegen (Neurology 2013; 80: 276–281): „Es ist aber auch möglich, dass fragmentarische visuelle Phänomene im frühen Stadium verbreiteter sind als bisher angenommen.“

Die große Bandbreite von Symptomen unterstreicht laut Aussagen der Forscher die von Beginn an multisystemische Natur der Parkinsonkrankheit. Dies könnte auf Dysfunktionen weiterer Neurotransmitter, etwa Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin verweisen. Patienten, die nicht-motorische Parkinsonsymptome aufweisen, laufen Gefahr, eine verspätete oder gar eine Fehldiagnose zu erhalten.

springermedizin.de , Ärzte Woche 5/2013

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