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Neurologie 30. Juni 2005

BSE = Besonders Schlechte Ernährung

"Das Verschweigen von Gefahren am Nahrungssektor ist Beihilfe zur Krankheit!" - "Tests, die nur eine fortgeschrittene Krankheit vielleicht anzeigen oder zweifelhafte Tierverbrennungen lösen das Qualitätsproblem am Lebensmittelsektor nicht!" Diese provokanten Statements gaben die Referenten bei der Veranstaltung "BSE, die Krise - Was weiter?" im März in Mittersill/Salzburg zum Besten.

Organisator dieser BSE-Konferenz war die unabhängige Konsumentenvereinigung "DIE PATIENTENINITIATIVE (PI)", die seit nunmehr zehn Jahren heiße Eisen am Gesundheitssektor aufgreift. Mit der Beurteilung der Qualität von Lebensmitteln sind die meisten Konsumenten überfordert, war eines der klaren Ergebnisse der Diskussion. Wie soll ein Käufer wissen, welche Schadstoffe enthalten sind und welche Erkrankungen diese auslösen können? Hier sei auch das Vertrauen in die meist hochpreisigen Bioprodukte bei weitem nicht gefestigt. Außerdem misstraut ein Großteil der Öffentlichkeit den Informationen der öffentlichen Stellen über Nahrungsmittelsicherheit, wie eine Umfrage ergeben hat.

Kritik an Politik

"Die Politik fördert durch Untätigkeit in fahrlässiger Weise das Gesundheitsrisiko der Menschen unseres Landes", meint Dr. Josef Egger, Arzt für Allgemeinmedizin und Wissenschaftlicher Leiter der PI. Verantwortlich für die zunehmende "Nahrungsmittelvergiftung" und Qualitätsminderung seien das Landwirtschaftsministerium und die Bauernkammer auf Seite der Produzenten, das Handelsressort, Gesundheits- und Sozialministerium sowie Landespolitiker auf Seite des Konsumentenschutzes.

Unterlassungen

"Den Ärzten und ihren Vertretungen kann man den Vorwurf von Unterlassungen im Bereich der Forschung und Aufklärung ihrer Patienten hinsichtlich des Einflusses der Ernährung auf viele Krankheiten nicht ersparen", so Egger. Ausreden wie "mangelnde Ausbildung", "Gefälligkeitsstudien zur Verharmlosung von Inhaltsstoffen" und "Zeitmangel für Beratung" seien für die PI nicht annehmbar. "Jeder Arzt ist auch selbst für seine Patienten verantwortlich und hat die zumeist im Auftrag von Firmen erstellten wissenschaftlichen Studien kritisch auf Logik und den Einklang mit seinen Erfahrungen und denen des Patienten zu prüfen", betonte Egger, der selbst Forschungsinstitute in Piesendorf und Winklern im Mölltal leitet. Vor acht Jahren wurde er mit der Erforschung des Einflusses von Ernährungsgewohnheiten beauftragt.

Die BSE-Veranstaltung endete mit der Forderung nach einer unabhängigen Wissenschaft, eindeutiger Deklaration von Nahrungsmitteln und der Aufforderung an die Konsumenten, ihr Recht auf hochwertige Lebensmittel mündiger einzufordern. Walter Scheinecker, Präsident der PI, unterstrich die Entschlossenheit der Initiative, Missstände auch weiterhin aufzuzeigen und vehement unabhängige Forschungskontrolle zu betreiben. Zudem hoffe er auf eine stärkere Unterstützung der Patienten durch die freie Ärzteschaft.

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