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Neurologie 30. Juni 2005

Therapie der schubförmigen Multiplen Sklerose

Dublin. Die Effektivität von Interferon beta-1a in der Therapie der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose (MS) steht mittlerweile außer Frage.

Zahlreiche klinische Studien belegen, dass vor allem der frühzeitige, einschleichende und hochdosierte Einsatz von Interferon beta-1a (REBIF®) den weiteren Verlauf der Erkrankung signifikant positiv beeinflussen kann. Dass MS-Patienten dabei insbesondere von der subkutanen Applikationsweise von REBIF® profitieren, belegen die Ergebnisse der Evidence-Studie, deren Ergebnisse während des 17. Congress of the European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) in Dublin vorgestellt wurden.

Evidence-Studie

Dr. Mohammed Sharief aus London betonte auf einem vom Unternehmen Serono unterstützten Symposium: "Die Ergebnisse klinisch-pharmakologischer Studien belegen die Dosis-Wirkungs-Beziehung der Therapie mit Interferon beta-1a.?Aus Sicht des praktisch tätigen Arztes sei es wichtig, dass der Effekt sowohl klinisch, wie auch kernspintomographisch objektiviert werden kann. Bedeutsam, so Sharief weiter, sei aber auch der Zeitpunkt des Therapiebeginns, sowie die Dosis und Applikationsweise. Mittlerweile profitieren die Betroffenen insbesondere vom frühen und hochdosierten Einsatz von Interferon beta-1a (REBIF®).

Im Rahmen der Evidence-Studie, an der 677 Patienten mit schubförmiger MS teilgenommen hatten, wurden die beiden folgenden Therapieregimes miteinander verglichen: die hochdosierte subkutane Therapie (dreimal 44 mg pro Woche) mit IFN beta-1a (REBIF®) versus einer einmal wöchentlichen intramuskulären Gabe von IFN beta-1a mit 30mg.

Weniger Rezidive

Nach Angaben von Professor Patricia Coyle aus New York sind die Studienergebnisse in vielerlei Hinsicht richtungsweisend: So zeigte sich REBIF® in sämtlichen untersuchten primären und sekundären Studienendpunkten dem Vergleichspräparat statistisch signifikant überlegen. "Interessant ist, dass die Differenz in den Endpunkten schon nach einer Dauer von sechs Monaten statistisches Signifikanzniveau erreichte", so Coyle.

Unter der Therapie mit REBIF® erlitten 32 Prozent weniger Patienten, verglichen mit dem Kollektiv, das einmal wöchentlich IFN beta-1a erhielt, ein Rezidiv. Im Gegenzug konnten die Untersucher bei Patienten der Vergleichsgruppe signifikant mehr neue Läsionen mit Hilfe der Kernspintomographie objektivieren. Die Verträglichkeit der beiden Interferone war in beiden Gruppen ähnlich gut. Hier konnten keine wesentlichen, statistisch signifikanten Unterschiede gefunden werden.

Lediglich Reaktionen an der Einstichstelle fanden sich in der REBIF®-Gruppe naturgemäß häufiger. Für Dr. Coyle steht fest, dass Patienten mit schubförmiger MS von einer Therapie mit dreimal 44 mg REBIF® pro Woche deutlicher profitieren als von einer Therapie mit einmal 30 mg des Vergleichspräparates.

"Die Auswertung der Studiendaten belegt, dass diese Aussage auf alle untersuchten primären und sekundären Studienendpunkte zutrifft", betonte die Expertin. Für MS-Patienten bedeutet dies: Die Erkrankung verläuft deutlich milder, wenn die Interferon-Therapie zu einem möglichst frühen Zeitpunkt begonnen wird. Entscheidend ist darüber hinaus die ausreichend hohe Dosierung von dreimal 44mg pro Woche, die durchaus auch einschleichend erreicht werden kann.

Dr. Myriam Hanna-Klinger, Ärzte Woche 37/2001

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