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Neurologie 30. Juni 2005

Neue Therapieoption für Multiple-Sklerose-Patienten

Für die "first-line" Therapie von MS-Patienten gibt es nun eine neue Behandlungsoption. Glatirameracetat (Copaxone®), das immunmodulatorische Arzneimittel einer neuen Klasse, hat sich in kontrollierten klinischen Studien als wirksam und gut verträglich erwiesen.

In groß angelegten klinischen Studien (Johnson et al., Neurology, Vol 50, März 98) hat Copaxone® sowohl eine signifikante Reduktion der Schubfrequenz als auch einen signifikanten Effekt auf die mittels Magnetresonanztomographie gemessene Krankheitsaktivität und -belastung gezeigt.

Lang anhaltende Wirksamkeit

Die lang anhaltende Wirksamkeit des Medikaments wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren belegt. In klinischen Studien ergab sich kein Hinweis auf die Entwicklung neutralisierender Antikörper. Darüber hinaus ist Copaxone® das einzige immunmodulatorisch wirksame Medikament für Patienten, die auf Beta-Interferone nicht ansprechen oder diese nicht vertragen.

Der Zulassung von Copaxone® zur Verringerung der Schubfrequenz bei Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose (MS) haben 15 europäische Länder zugestimmt. Dies teilten vor kurzem die Unternehmen Teva Pharmaceuticals und Aventis Pharma mit, die das Medikament in Europa gemeinsam vermarkten.

Mehr als 4.000 Patienten in Europa behandelt

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Anerkennungsverfahrens in der Europäischen Union wird Copaxone® nach Erteilung der nationalen Zulassungen ab dem 4. Quartal 2001 in den verschiedenen europäischen Ländern und damit auch in Österreich eingeführt.

Copaxone® wurde 1996 in den USA zugelassen und später in 22 weiteren Ländern, darunter Kanada, Israel, Australien, Großbritannien und der Schweiz. In der Europäischen Union war Großbritannien mit der im August 2000 erteilten Zulassung Referenzland für das gegenseitige Anerkennungsverfahren. In Europa werden bereits mehr als 4.000 Patienten seit mehreren Jahren mit Copaxone® behandelt. Schätzungen zufolge leiden in Europa mindestens 150.000 Patienten an schubförmiger MS.

Die Anzahl der MS-Patienten ist mit jener in den USA vergleichbar, der Anteil der unbehandelten MS-Population ist in Europa jedoch etwa doppelt so groß.

Quelle: Pressemitteilung, Aventis Pharma GmbH

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