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Neurologie 16. Mai 2012

Frühdiagnostik für Alzheimer in Sicht

Neue PET-Tracer lassen auf In-vivo-Frühdiagnostik hoffen.

Mehrere Studien, die auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology 2012 in New Orleans präsentiert wurden, lassen die Neurologen vom baldigen Einsatz der Bildgebung zur In-vivo-Frühdiagnostik der Alzheimer-Demenz träumen.

Die Objekte der Begierde sind die Tracersubstanzen [18F]Flutemetamol und Florbetaben, mit deren Hilfe die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in die Lage versetzt werden soll, bereits im MCI-Stadium (Mild Cognitive Impairment) die Ablagerung von ß-Amyloid nachzuweisen. Studien an unterschiedlichen Patientenkollektiven – vom MCI-Stadium bis zur fortgeschrittenen Alzheimer-Demenz – zeigen eine hohe Sensitivität und Spezifität im Vergleich zu histopathologischen Befunden.

Dr. David Wolk, Neurologe an der Universität von Pennsylvania in Philadelphia, verglich bei 180 Alzheimer-Patienten im Endstadium der Erkrankung die [18F]Flutemetamol-PET-Aufnahmen mit Post-Mortem-Autopsien sowie Gehirnbiopsien einer Vergleichsgruppe mit einem Normaldruck-Hydrocephalus (Wolk D et al. Brain autopsy and in-vivo cortical brain biopsy trials show a strong concordance between [18F]flutemetamol PET and amyloid-beta pathology). Die Analyse zeigte eine hohe Übereinstimmung bei der Beurteilung der Aufnahmen (k = 0,86). Die Sensitivität und Spezifität im Vergleich mit den Biopsien betrug 100 Prozent bzw. 96 Prozent sowie 86 Prozent bzw. 92 Prozent im Vergleich zu den Alzheimer-Autopsien.

Ein [18F]Flutemetamol-PET wurde in einer weiteren Studie bei elf nicht-dementen Senioren im Alter zwischen 65 und 82 Jahren durchgeführt (Hammers D et al. Flutemetamol uptake and cognitive performance in non-demented community-dwelling elders). Die vermehrte Tracer-Aufnahme korrelierte dabei mit kognitiven Defiziten, die auch typisch für eine Alzheimer-Demenz sind, meinte Prof. Dr. Dustin Hammers, Universität von Utah, Salt Lake City.

Für den Tracer Florbetaben stellte Prof. Marwan Sabbagh vom Sun Health Research Institute in Sun City die Daten einer Phase-III-Studie zum Nachweis von ß-Amyloid in der grauen Hirnsubstanz vor (Sabbagh M et al. Results of a multicentre phase 3 trial on flutemetamol for beta-amyloid brain PET in Alzheimer disease). Dabei wurden die PET-Scans von 204 Alzheimer-Patienten im Endstadium und 10 gesunden Kontrollen und Post-Mortem-Autopsien in sechs präselektierten „Regions-of-Interest“ (ROI) abgeglichen. Die Sensitivität betrug 77 Prozent (84 Prozent bei Silberfärbung des Autopsiematerials), die Spezifität 94 Prozent (k= 0,66).

springermedizin.de/ak
, Ärzte Woche 20 /2012

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