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Neurologie 3. Mai 2012

In Bewegung bleiben

Hohe Lebensqualität trotz Morbus Parkinson.

Die Diagnose einer Parkinson-Erkrankung stellt für viele Betroffene eine psychische Belastung dar. Im Rahmen eines einfühlsamen Erstgesprächs kann der behandelnde Arzt den Patienten und dessen Angehörige umfassend über Prognose, Krankheitsverlauf und alle Behandlungsoptionen informieren sowie aufkeimende Ängste von vornherein entkräften. „Damit wird eine solide Vertrauensbasis gelegt, die Voraussetzung für eine funktionierende Teamarbeit und eine erfolgreiche Langzeittherapie bei guter Lebensqualität ist“, betonte Prim. Dr. Dieter Volc, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Primarius in der neurologischen Abteilung der Confraternität Josefstadt in Wien, im Rahmen eines Pressegesprächs.

 

Das Parkinson-Syndrom ist per se mit erhöhter Depressionsneigung und undefinierbaren Angstgefühlen verbunden. Letztere treten vor allem beim Abklingen der Medikation auf. Um Angstzustände zu vermeiden, tendieren Patient oft zu einer vorzeitigen Medikamentenration, wodurch es zu einer selbstverursachten Überdosierung kommen kann. „Im Rahmen des Erstgespräches sollte der Arzt etwaige Ängste ansprechen und sachlich entkräften sowie sich dem Patienten und dessen Angehörigen als Ansprechperson für alle im Krankheitsverlauf auftretenden Fragen und Probleme anbieten“, so Volc. Diese kontinuierliche Begleitung trage wesentlich dazu bei, dass Betroffene mit mehr Zuversicht und Vertrauen mit ihrer Erkrankung umgehen können.

Recht auf optimale Behandlung

Durch die richtige Begleitung und ein therapeutisches Gesamtkonzept kann die Lebensqualität über viele Jahre auf hohem Niveau gehalten werden. Zu diesem Gesamtkonzept gehört nicht nur die Medikation, sondern beispielsweise auch Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Ernährungsberatung. In der Selbsthilfegruppe wird die Eigeninitiative gestärkt, und zudem finden Betroffene dort zahlreiche weitere Angebote für soziale Aktivitäten.

Beweglich bleiben – trotz Parkinson

„Beweglich bleiben – trotz Parkinson“ lautet das diesjährige Motto der Österreichischen Parkinson Gesellschaft. Damit ist einerseits die Erhaltung der körperlichen Beweglichkeit durch tägliche Übungen wie Dehnen und Strecken zu verstehen. Andererseits gilt es auch, sozial beweglich zu bleiben, auszugehen und aktiv am Leben teilzuhaben. Damit soll ein sozialer Rückzug aus Angst vor einer Stigmatisierung durch Mitmenschen vermieden werden.

Die Parkinson-Selbsthilfe bietet eine Palette von Aktivitäten an, wie etwa die vor zwei Jahren initiierten Kurse für Standardtänze in einer Wiener Tanzschule, Schwimm- und Trommelkurse und andere Tätigkeiten, die die geistige, soziale und körperliche Beweglichkeit fördern. Seit mehr als zwölf Jahren werden für Patienten und Angehörige Reisen ans Tote Meer nach Jordanien organisiert. Das Programm ist maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der Mitreisenden. Durch ausreichende Pausen und Komfort schaffen die Teilnehmer lange Wanderungen und zahlreiche Besichtigungen.

Monatliche Zusammenkünfte der Selbsthilfegruppe sowie das viermal jährlich stattfindende Patienten-Café für Betroffene, die die spezielle Pumpentherapie haben, fördern den Austausch und die Vernetzung der Patienten und der Angehörigen untereinander. Neben klinischen Informationen erhalten die Teilnehmer zahlreiche praktische Tipps, die ihnen den Alltag erleichtern können. Ein Teil dieser Angebote wird von der Krankenkasse oder der Selbsthilfegruppe finanziell unterstützt.

 

Quelle: Pressekonferenz: „Beweglich bleiben – trotz Parkinson“, 10. April 2012, Wien

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