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Neurologie 11. April 2012

Ablehnung von Therapieanträgen

Morbus Parkinson: Verweigert die PVA plötzlich Rehabilitation und Kuraufenthalte?

Rund 20.000 Menschen leiden in Österreich an Morbus Parkinson. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark verbessert. Doch jetzt gäbt es für  Österreichs Parkinson-Patienten Probleme, so der Wiener Spezialist Dieter Volc: "Es häufen sich leider die Ablehnungen für Physiotherapie und Kuren durch die Pensionsversicherungsanstalt", klagt dieser im Zuge einer Pressekonferenz in Wien aus Anlass des Welt-Parkinson-Tages.

"Keine entsprechenden Einrichtungen"

Zur modernen medizinischen Behandlung gehören eine Vielzahl an therapeutischen  Begleitmaßnahmen: "Seit Anfang des Jahres häufen sich leider die Ablehnungen für Physiotherapie und Kuren. Es sind zum Teil skurrile Begründungen. So heißt es, es stünde in Österreich keine entsprechende Einrichtung zur Verfügung", so Volc, der auch als medizinischer Beirat des "Parkinson Selbsthilfe Österreich-Dachverbandes“ tätig ist. Jahrelange Erfahrungen mit zahlreichen Einrichtungen wie zum in Bad Pirawarthwürden diese Begründung als schlichtweg falsch belegen.

Sparmaßnahme?

Der Wiener Morbus Parkinson-Spezialist vermutet hinter den Ablehnungen politische Ursachen. Viele Jahre wären solche Anträge bewilligt worden. In den Zentren seien die Patienten hervorragend betreut worden. Jetzt sei die Situation plötzlich anders: "Die Patienten bekommen einen nicht unterschriebenen Formbrief, dass nach medizinischer Begutachtung für die im Antrag genannten Gründe keine Institution zur Verfügung stehe."

Kein Anspruch

Quasi eine Aufforderung zur Lüge sei die Anmerkung, man könne wegen eines anderen Krankheitsbildes für eine Kur einreichen. Der Neurologe berichtete weiter, dass die PVA anmerke, es gebe keinen Anspruch auf Rehabilitation: "Ich rede aber von Leuten, die im Arbeitsprozess sind." Es gehe auch um etwa 50-Jährige. Ihm, Volc, lägen Unterlagen über mehrere derartige Abläufe vor: "Noch im vergangenen Jahr ist das bewilligt worden. Ich denke schon, dass wir das nicht einfach hinnehmen sollten."15 Prozent der Betroffenen sind bei der Diagnose unter 50 Jahre alt. Der Wiener Neurologe Willibald Gerschlager: "Ähnlich wie bei Morbus Alzheimer geht man durch die Altersentwicklung davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 verdoppeln bis verdreifachen wird."

Veranstaltungstipp

Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages findet am kommenden Sonntag (15. April) in der "Kleinen Orangerie" beim Schloss Schönbrunn (9.30 Uhr bis 16.00 Uhr) eine Patienten-Informationsveranstaltung statt. http://www.parkinson-sh.at. 

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