zur Navigation zum Inhalt
 
Neurologie 28. Februar 2012

Spiegeltherapie: Chronischer Phantomschmerz verringert

An der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien konnte gezeigt werden, dass und wie Phantomschmerzen mithilfe von Spiegeln verringert werden.

Im Rahmen der Untersuchung nahmen acht Beinamputierte an zwölf Spiegeltherapiesitzungen teil, bei denen Funktionsbewegungen des gesunden Beins durchgeführt wurden. Bei der Spiegeltherapie positionieren die Patienten den Körper so vor einem Spiegel, dass sie zwar das gesunde Bein sehen können, nicht aber den Stumpf. Sobald das Bein bewegt wird, wird dem Gehirn „vorgegaukelt“, das fehlende Körperteil sei jenes im Spiegel und wieder vorhanden.

Vor und nach der Behandlungsserie wurden Messungen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie durchgeführt: Die mittlere Intensität des Phantomschmerzes verringerte sich deutlich, weiters zeigten die Patienten nach der Spiegeltherapie eine deutlich erhöhte Aktivität im Stirn- und Schläfenlappen – die eigentlich nicht primär für die Motorik zuständig sind: Nach der Amputation aktiviert das Gehirn ein „Motor-Netzwerk“, welches das ursprünglich in der Mitte des Gehirns befindliche Zentrum für die Motorik der verlorenen Extremität „ersetzt“. Diese Änderung der Gehirnaktivität verlief allerdings nicht bei allen Patienten gleich, auch nicht an denselben Stellen im Schläfen- und Stirnlappen.

Seidl, S. et al.: Fortschritt Röntgenstrahlen 2011; 183(11): 1051–7; doi:10.1055/s-0031-1281768.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben