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Neurologie 24. April 2009

Bergwertung mit Krankheitswert

Die MedUni Wien liefert medizinische Erkenntnisse für Biker.

Spezialisten der MedUni Wien präsentierten im April im Rahmen des Wiener Bike-Festivals neuartige Technologien zur effizienteren Behandlung verbreiteter Radfahrer-Probleme.

Vier von zehn Österreichern fahren in ihrer Freizeit Rad, damit ist Radfahren die beliebteste Sportart in Österreich. Entsprechend häufig sind Verletzungen, die in diesem Zusammenhang entstehen. Laut KfV-Statistik wurden im Jahr 2007 21.700 Radfahrer mit spitalpflichtigen Verletzungen behandelt. Neben der hohen Zahl von Traumata, die vor allem beim Mountainbiken die oberen Extremitäten betreffen, kommt es beim Radfahren oft zu Nervenschädigungen.

Neben dem Gesäßbereich (N. Pudendus) sind diesbezüglich vor allem die Handgelenksnerven Medianus und Ulnaris betroffen, wobei auch hier das Mountainbiken häufiger zu Schädigungen führt. Bei Langzeitrennen werden bei den Teilnehmern bis zu 20 Prozent Ulnarisschädigungen und elf Prozent Medianusschäden festgestellt, 15 Prozent erleiden bei längeren Rennen motorische Defizite im Handbereich.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fachleuten der Medizinischen Universität Wien (Radiologie, physikalische Medizin und Chirurgie) und Technischen Universität Wien (Biomechanik) bietet nun die Möglichkeit einer optimierten, sportartspezifischen Behandlung: Durch das radiologische Team werden MR-Handgelenksuntersuchungen in Fibre-Tracking-Technik durchgeführt. Die so dargestellte Nervenstruktur kann endoskopisch oder bei atypischem Verlauf offen von sportorthopädischer Seite entlastet werden. Eine antiphlogistische Installation kann nun unter endoskopischer Sicht erfolgen, die physikalische Therapie wird auf das operative Verfahren abgestimmt.

Diese und andere interdisziplinären Möglichkeiten zur Leistungssteigerung im Radsport wurden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Focus Sportchirurgie“ im Wiener Rathauskeller diskutiert und im Rahmen eines Livestreams auf www.sportchirurgie.org im Internet bereitgestellt.

Vom Know-how konnte am Bike-Festival übrigens jeder profitieren. Am Stand 65 sorgten die MedUni-Wissenschafter für eine optimale ergonomische Einstellung des mitgebrachten Fahrrades. Auf Basis kinematischer Messungen kann so eine nicht notwendige Belastung von Halswirbelsäule, Händen, Becken und Knien beim Radeln vermieden werden.

 

 

Quelle: Aussendung der Medizinischen Universität Wien

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