zur Navigation zum Inhalt
 
Neurologie 27. Jänner 2012

Immer mehr Schlaganfälle bei Jugendlichen

In Österreich sind immer mehr Jugendliche von Schlaganfällen betroffen. Laut Experten nahm die Anzahl bei den "jugendlichen Patienten", zu der in diesem Fachbereich der Medizin die 18- bis 50-Jährigen zählen, in den vergangenen zehn Jahren um rund 20 Prozent zu, hieß es bei einer Pressekonferenz am Donnerstag anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Schlaganfall-Gesellschaft in Innsbruck.

Nach Angaben der Mediziner würden knapp 25.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall erleiden, rund 60.000 Personen haben mit den Folgen dieser akuten Erkrankung zu tun. "Kindliche Schlaganfälle" bei unter 18-Jährigen treten hingegen selten auf. Rund 100 Menschen würden österreichweit im Jahr davon betroffen sein, meinte Stefan Kiechl von der Universitätsklinik für Neurologie.

Patienten im Alter zwischen 18 und 35 Jahren werden zu über 80 Prozent wieder völlig gesund, berichtete sein Kollege Johann Willeit. Während bei Menschen über 50 Jahren meistens eine Gefäßverkalkung zu Schlaganfällen führe, gebe es bei jüngeren Personen mehrere Ursachen. So könnten etwa unter anderem eine Verengung der Halsschlagader sowie ein "Vorhofflimmern" diesen Gehirnschlag zur Folge haben. Bei Auftreten derartiger Symptome sei es immens wichtig, sich sofort in ärztliche Behandlung zu begeben und einem möglichen Schlaganfall vorzubeugen.

"Ein Viertel aller Schlaganfälle haben Vorhofflimmern als Ursache", fügte Willeit hinzu, "neue Behandlungsstrategien und neue Medikamente, die uns seit kurzem zur Verfügung stehen, können mit Fug und Recht als entscheidender Fortschritt in der Schlaganfallprävention bezeichnet werden." Dank neuer Medikamente könne zudem die nötige Blutverdünnung im Falle eines Vorhofflimmerns einfacher durchgeführt werden und die Gefahr für Hirnblutungen verringern.

"Die Blutverdünnung reduziert das Schlaganfall-Risiko um 80 Prozent", erläuterte der Mediziner. Eine rechtzeitige Operation an der Halsschlagader lasse die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall von 50 auf rund drei Prozent sinken.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben