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In Spinat und Nüssen enthaltenes Magnesium schützt das Gehirn.

 
Neurologie 24. Jänner 2012

Hirnnahrung

Mit Spinat und Nüssen gegen Schlaganfall?

Nüsse sind gut fürs Hirn, sagt eine alte Volksweisheit. Möglicherweise tun Liebhaber solcher Knabbereien wirklich etwas Gutes für ihre zerebrale Gesundheit, nämlich über die Reduktion ihres Schlaganfallrisikos. Denn Nüsse sind, wie auch Blattgemüse, Bohnen und Vollkornprodukte, reich an Magnesium. Und für dieses Mineral wurde nun in einer Metaanalyse eine indirekte Korrelation mit dem Insultrisiko gezeigt.

Sieben prospektive Studien aus vier Nationen mit insgesamt 241.378 Teilnehmern kamen mehr oder weniger zum gleichen Ergebnis: Je mehr Magnesium aufgenommen wurde, desto niedriger war das Schlaganfallrisiko. Die schwedischen Forscher um Susanna Larsson wiesen jedoch darauf hin, dass der beobachtete Nutzen nicht überwältigend ausgefallen war: Pro 100 mg Magnesium täglich sank das Insultrisiko insgesamt um relative acht Prozent, das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls für sich genommen um neun Prozent. Das Ergebnis lag nur knapp über der Signifikanzgrenze.

Ein deutlicher Zusammenhang bestand offenbar auch nur für den ischämischen Schlaganfall, nicht für die hämorrhagische Form. Vier Studien hatten zwischen ischämischem Insult, intrazerebraler und subarachnoidaler Blutung unterschieden. Hier betrugen die relativen Risiken 0,91 (95% KI: 0,87, 0,96), 0,96 (95% KI: 0,84, 1,10) bzw. 1,01 (95% KI: 0,90, 1,14).

Bluthochdruck und Diabetes als mögliche Einflussfaktoren konnten ausgeschlossen werden, diese waren nur in einer Studie nicht berücksichtigt worden. Die Daten waren außerdem um Rauchstatus, Alter und BMI bereinigt.

Wie viel Magnesium die Teilnehmer zu sich nahmen, variierte je nach ihrer Herkunft. Die Bandbreite reichte von 242 mg/d bei den Amerikanern (Frauen und Männer) bis zu 47 mg/d bei den Finnen (nur Männer). Nach amerikanischen Ernährungsempfehlungen sollen Frauen zwischen 30 und 70 Jahren 320 mg täglich aufnehmen, Männer 420 mg. Beispielsweise enthält eine Tasse gekochter Spinat 157 mg, eine Tasse weiße Bohnen 134 mg und eine Tasse gekochter brauner Reis 84 mg Magnesium.

Magnesium wirkt blutdrucksenkend

Ein vermuteter Mechanismus der Risikoreduktion liegt im blutdrucksenkenden Effekt von Magnesium. Auch das Auftreten von Typ-2-Diabetes – selbst ein bekannter Risikofaktor für den ischämischen Schlaganfall – scheint mit dem Magnesiumkonsum in umgekehrter Relation zu stehen. Im Tiermodell zeigte eine magnesiumangereicherte Diät zudem günstige Effekte auf Blutglukose- und Lipidkonzentrationen.

Es wäre voreilig, auf der Grundlage dieser Ergebnisse eine generelle Magnesiumsupplementierung zu empfehlen, resümieren die Autoren. Dennoch sei es im Hinblick auf die Schlaganfallprävention wohl durchaus sinnvoll, sich magnesiumreich mit viel grünem Blattgemüse, Bohnen, Nüssen und Vollkornmüsli zu ernähren.

Quelle: springermedizin.de

 

Literatur: Larsson S. et al. Dietary magnesium intake and risk of stroke: a meta-analysis of prospective studies; Am J Clin Nutr 2012; Epub December 28, 2011; doi: 10.3945/ajcn.111.022376

springermedizin.de/IS, Ärzte Woche 4 /2012

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