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Foto: wikipedia/liebetanz
Die Nervenimpulse aus der motorischen Gehirnrinde erreichen die Muskulatur der Ohrmuschel über den Nervus facialis. Die elektrischen Signale können mit einen Verstärker erfasst und dann über Funk an das Gerät gesendet werden, das gesteuert werden soll.
 
Neurologie 17. Mai 2011

Den Rollstuhl mit den Ohren steuern

Forscher suchen neuen Ansatz für die Schnittstelle Mensch/Maschine.

Fast jeder kann die Ohrmuskulatur willentlich aktivieren, wenn er diese Fähigkeit trainiert, wie Neurologen aus Göttingen herausgefunden haben. Ohrmuskeln könnten daher die nötige Energie liefern, um technische Hilfsmittel wie Rollstühle oder Prothesen zu steuern, denn bei jeder Muskelaktivierung entstehen auch elektrische Signale. Nun wird versucht, eine Apparatur zu entwickeln, mit der sich diese Signale weiterverarbeiten lassen.

 

Einen Prototypen einer innovativen Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wollen Wissenschaftler aus Göttingen, Heidelberg und Karlsruhe jetzt gemeinsam entwickeln: Ein kleiner Chip hinter dem Ohr soll Muskelsignale aufzeichnen und per Funk an einen Empfänger übertragen, der dann die Geräte steuert. „Telmyos“ heißt die neue Entwicklung. Die Abkürzung steht für „telemetrisches myoelektrisches Ohrmuskelableitsystem“.

„Wir wollen in den nächsten drei Jahren ein neues System entwickeln, mit dem Patienten mit einer hohen Querschnittlähmung, die weder Arme noch Beine bewegen können, erstmalig ihre technischen Rehabilitationsmittel mit Hilfe der Ohrmuskeln selbst steuern können“, sagt Projektleiter Prof. David Liebetanz aus der Abteilung Klinische Neurophysiologie an der Universitätsmedizin Göttingen.

 

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen/Georg-August-Universität

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