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Je mehr Faktoren für ein kardiovaskuläres Risiko schon in der Mitte des Lebens bestehen, desto größer ist auch die Verringerung der Hirnleistung.
 
Neurologie 4. Mai 2011

Blutdruck und Hirn

Was schlecht für das Herz ist, kann auch schlecht für die kognitiven Leistungen sein.

Menschen mit hohem Blutdruck und erhöhtem Cholesterinspiegel haben nicht nur ein größeres Demenzrisiko im Alter, schon im mittleren Lebensalter ist ihre Hirnfunktion deutlich vermindert.

 

Hoher Blutdruck und hohe Cholesterinspiegel gehören bekanntlich zu den wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren. Bekannt ist auch, dass die meisten dieser Risikofaktoren nicht nur Herzinfarkt und Schlaganfall fördern, sondern auch eine Demenz.

Was aber immer noch vielen Menschen nicht klar ist: Wer ein hohes kardiovaskuläres Risiko hat, dessen Hirnleistung lässt schon aktuell zu wünschen übrig, und dessen geistiger Abbau geht im Alter weit schneller voran als bei Menschen mit normalen Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerten.

Neue Hinweise darauf liefert nun eine Studie mit 4.800 Teilnehmern, die zu Studienbeginn im Schnitt 55 Jahre alt waren. Über zehn Jahre hinweg absolvierten die Teilnehmer immer wieder kognitive Tests auf Gedächtnis, Wortflüssigkeit und Lernfähigkeit. Zudem wurde das kardiovaskuläre Risiko mit dem Framingham-Score bestimmt. Dabei werden Cholesterin- und Blutdruckwerte sowie Raucher- und Diabetesstatus berücksichtigt.

Die Ergebnisse: Jede Erhöhung des kardiovaskulären Risikos um zehn Prozent führte zu einer 2,8-prozentigen Verschlechterung der kognitiven Leistung in den Tests bei Männern sowie einer Minderung um 7,1  Prozent bei Frauen, berichtet die American Academy of Neurology (AAN) in einer Mitteilung (siehe Link).

Auch verschlechterte sich die Hirnleistung bei Menschen mit ungünstigen Werten im Framingham-Score deutlich schneller in den geprüften zehn Jahren als bei Teilnehmern ohne erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.

Die Daten liefern neue Hinweise, dass kardiale Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Hypercholesterinämie zum geistigen Abbau im mittleren Lebensalter beitragen, so Studienautorin Dr. Sarah Kaffashian aus Paris. Detailliert vorgestellt wird die Studie Anfang April auf dem Kongress der AAN in Honolulu.

 

 

 http://www.aan.com/

http://www.aan.com/press/index.cfm?fuseaction=release.view&release=907

SpringerMedizin.de/IS, Ärzte Woche 18 /2011

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