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Neurologie 1. Oktober 2010

Auf Bildgebung basierendes Krankheitsspektrum in konsekutiven Serien von kraniellen CTs und MRIs in einem ländlichen und einem städtischen tanzanianischen Krankenhaus

Der Prävalenz neurologischer Erkrankungen und kranieller Pathologien in Afrika wurde bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ziel dieser Untersuchung war es, einen Überblick über kranielle Pathologien in einem ländlichen und einem städtischen ostafrikanischen Krankenhaus zu bekommen, um mögliche Unterschiede im Krankheitsspektrum sichtbar zu machen. Im ländlichen Haydom Lutheran Hospital konnten die Daten von 726 Patienten, welche eine kranielle Computertomographie (CT) erhalten hatten, ausgewertet werden. Im städtischen Aga Khan Krankenhaus war es möglich, die Akten von 1975 CT- und von 537 MRI-Patienten (Magnetresonanztomographie) zu verwenden. Die Mehrzahl der Patienten war in allen drei Populationen männlich. Das mediane Alter im städtischen Einzugsgebiet war mit 48 (CT; min–max 0–95 Jahre) und 39 (MRI; 1–89) Jahren deutlich höher als im ländlichen (CT; 32 Jahre; 0–102). Die dominierenden Krankheitsgruppen in den städtischen Untersuchungsreihen waren Schlaganfall, extrakranielle Infektion, zerebrale Atrophie und Tumor. In der ländlichen Untersuchungsreihe stachen eine große Anzahl von traumatisch bedingten Pathologien, gefolgt von Schlaganfällen und zerebralen Infektionen und Infestationen besonders hervor. Die größten Unterschiede im Krankheitsspektrum betrafen Fälle mit den folgenden Diagnosen: Zerebrale Infektionen und Infestationen sowie Hydrozephalus wurden in Haydom deutlich häufiger diagnostiziert. Schlaganfälle und zerebrale Atrophien wurden hingegen öfter im städtischen Krankenhaus dokumentiert. 51 Patienten der ländlichen Studienpopulation waren bekannt HIV positiv. Innerhalb dieser Untergruppe wurde eine klare weibliche Mehrheit festgestellt, während sich bei den 57 HIV positiven Fällen in der Stadt eine nahezu ausgeglichene Geschlechterverteilung zeigte. In beiden Gruppen waren zerebrale Infektionen und Infestationen häufiger als in der jeweiligen Gesamtpopulation.

Daniel Maier, Magdalena Doppler, Anna Gasser, Herta Zellner, Jaffer Dharsee, Erich Schmutzhard, Andrea Sylvia Winkler, Wiener klinische Wochenschrift 3/2010

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