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Neurologie 25. Oktober 2010

Gesundheitsbezogene Lebensqualität in Abhängigkeit von sozialen Faktoren bei Personen mit neuromuskulären Erkrankungen

Das Konstrukt Lebensqualität bildet die körperliche Gesundheit, den psychischen Zustand, die sozialen Beziehungen sowie die persönlichen Überzeugungen ab. Mit dem Fragebogen EUROHIS-QOL 8 Item Index wurde die allgemeine bereichsübergreifende Lebensqualität bei Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen (u. a. Muskeldystrophie, -atrophie, ALS) ermittelt und mit Gesunden verglichen. Zusätzlich wurden soziale Faktoren wie Schulabschluss und berufliche Tätigkeit erhoben. An der schriftlichen Befragung nahmen insgesamt 178 Personen teil (96 Personen mit diagnostizierten neuromuskulären Erkrankungen [EG] und 82 ohne neuromuskuläre oder chronische Erkrankungen [KG]). Die Geschlechterverteilung zwischen EG und KG war identisch. Die EG war signifikant älter als die KG. Der Gesamtindex (Summe der 4 Subskalen) zeigte mit den Faktoren Gruppe (neuromuskuläre Erkrankung vs. keine neuromuskuläre bzw. chronische Erkrankung) und Schulbildung (ohne Fachhochschul- bzw. Hochschulreife vs. mit Fachhochschul- bzw. Hochschulschulreife) sowie der Covariablen Alter einen signifikanten Haupteffekt (F = 36.80; df = 1,167; p < 0.05; η.2 = 0.18) zwischen EG (26.95 ± 6.02) und KG (31.68 ± 4.25). Die vier Subskalen unterschieden sich jeweils signifikant zwischen den Erkrankten und Nicht-Erkrankten. Entgegen der Befunde von Robbins et al. [1] zeigt sich, dass sich Menschen, die an neuromuskulären Erkrankungen leiden, hinsichtlich der Wahrnehmung ihrer Lebensqualität von Gesunden unterscheiden. Hinsichtlich ihrer Energie zum täglichen Leben und der Leistung bei Alltagsverrichtungen sowie in der Qualität ihrer sozialen Beziehungen fühlen sie sich eingeschränkt. Somit kann man konstatieren, dass die wahrgenommene Lebensqualität mit dem Gesundheitszustand korrespondiert und nur partiell von der Schulbildung beeinflusst ist.

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