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Foto: Medizinische Universität Innsbruck
Die Studienautoren Prof. Erich Schmutzhard, Leiter der Abteilung für Intensivneurologie (re.), und Dr. Ronny Beer betrachten das Angiografie-Bild eines Patienten mit zerebralem Vasospasmus.
 
Neurologie 6. Oktober 2010

Biomarker für Vasospasmus

Innsbrucker Neurologen finden einen Indikator für eine gefürchtete Komplikation nach dem Schlaganfall.

An der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Innsbruck wurde in einer Studie mit Patienten mit spontaner Subarachnoidalblutung gezeigt, dass zelluläre Mikropartikel im Blutplasma ein möglicher Indikator für das Auftreten eines zerebralen Vasospasmus sind.

 

Vasospasmus, eine häufige Komplikation nach Hirnblutungen, hat oft die Entstehung von Schlaganfällen und somit schwere Gehirnschäden zur Folge: Minderversorgung des Gehirns mit Blut und somit sekundäre Hirninfarkte. Auf der Suche nach Biomarkern für Vasospasmus untersuchten Innsbrucker Neurologen über zwei Jahre Patienten mit Subarachnoidalblutung (SAB). „Dabei konnten wir zeigen, dass der Anteil endothelialer Mikropartikel bei Patienten mit SAB und insbesondere bei Patienten mit Vasospasmus im Plasma erhöht ist“, erklärt Studienautor Dr. Peter Lackner.

Endotheliale Mikropartikel sind erst seit Kurzem bekannte Membranabschnürungen von Endothelzellen, die bei Aktivierung dieser Zelle entstehen. „Neben der möglichen Entwicklung neuer Biomarker zur Früherkennung des Vasospasmus deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die endotheliale Aktivierung eine relevante Rolle bei der Entstehung eines Vasospasmus spielt“, so Lackner.

Die Forscher konnten außerdem zeigen, dass der Anteil thrombozytärer Mikropartikel bei Patienten, die einen Vasospasmus-assoziierten Infarkt erlitten hatten, erhöht war – ein Hinweis dafür, dass Mikrothrombosen die Entstehung von Vasospasmus-assoziierten Infarkten beeinflussen.

Früherkennung bei SAB

Nun soll durch weitere klinische Studien gezeigt und bestätigt werden, inwieweit sich der Anteil der endothelialen Mikropartikel im Plasma als Biomarker etablieren lässt. Schließlich kommt der Früherkennung eines Vasospasmus in Anbetracht dieser schwer zu behandelnden Komplikation und der schlechten Prognose von SAB-Patienten besondere Bedeutung zu.

 

Quelle: Lackner, P. et al.: Cellular Microparticles as a Marker for Cerebral Vasospasm in Spontaneous Subarachnoid Hemorrhage. Stroke 2010; doi: 10.1161/STROKEAHA.110.584995

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