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Neurologie 30. Juni 2010

Was Parkinson kostet

Internationaler Vergleich: Österreich ist Spitzenreiter.

Die gesundheitsökonomischen Kosten von Parkinson-Patienten in sechs Ländern wurden beim Meeting der Europäischen Neurologen-Gesellschaft (ENS) in Berlin präsentiert. Die Kosten variieren von Land zu Land erheblich, in Österreich sind sie am höchsten. Das meiste Geld fließt in Medikamente und häusliche Pflege.

 

Die Forscher berechneten alle Kosten, die bei der Behandlung und Pflege von Parkinson-Kranken anfallen können, wie Krankenhausaufenthalte, Pflege, Medikamente, aber auch der Wert unbezahlter familiärer Pflege oder die wirtschaftlichen Einbußen, die der Staat aufgrund von kranken Einwohnern hinnehmen muss. Zwischen 47 und 88 Prozent der Kosten wird von den entsprechenden Krankenversicherungen getragen, für den Rest müssen unter anderem die Erkrankten oder Angehörigen aufkommen. Den Unterschied der gesundheitsökonomischen Kosten in den Ländern erklärt Prof. Dr. Richard Dodel, Universitätsklinik Marburg, mit den unterschiedlichen medizinischen Standards: „Die Pflege-Infrastruktur ist in jedem Land unterschiedlich aufgebaut. Außerdem haben wir festgestellt, dass in bestimmten Ländern zum Teil weniger wirksame Medikamente oder solche, die eine höhere Nebenwirkungsrate besitzen, zur Behandlung von Parkinson verschrieben werden, da sie weniger Kosten verursachen.“ Langfristig rechne sich das Sparen bei Medikamenten nicht: „Denn bei diesen Patienten können früher Komplikationen auftreten, was wiederum zu erhöhten Betreuungskosten führt.“

 

Quelle: ENS 2010Abstract O53

Gesundheitsökonomische Kosten
LandKosten pro Patient/Jahr
Österreich 19.620 Euro
Deutschland 17.220 Euro
Italien 16.680 Euro
Tschechien 11.020 Euro
Portugal 5.860 Euro
Russland 5.240 Euro

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