zur Navigation zum Inhalt
Foto:  EyeWire
Sicherheit und Wirksamkeit wurden in der Phase-II-Studie getestet.
 
Neurologie 27. April 2010

Impfung gegen Demenz

Nachdem passive Immunisierungstherapien bei tierexperimentellen Modellen des Morbus Alzheimer zentralnervöse Amyloid-Ablagerungen reduzierten und kognitive Leistungsfähigkeit verbesserten, wurde untersucht, inwiefern sich A-gerichtete Antikörper zur Behandlung der Erkrankung eignen.

234 Patienten mit leichtem bis mäßigem M. Alzheimer wurden für eine Therapie mit intravenösem Bapineuzumab (0,15 mg/kg, 0,5 mg/kg, 1,0 mg/kg oder 2 mg/kg) oder Placebo randomisiert. Das Studienintervall betrug 18 Monate. Primäre Endpunkte waren die „Alzheimer Disease Assessment Scale – Cognitive Subscale (ADAS-cog)“ und die „Disability Assessment for Dementia (DAD)“-Scale in einer modifizierten Intent-to-treat-Analyse. Die primäre Wirksamkeitsanalyse ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Explorative Auswertungen ergaben potenzielle Therapieeffekte bei Personen, die die Studie vollständig abgeschlossen hatten, sowie bei ApoE-ε4-Non-Carriern. Zwölf von 124 mit Bapineuzumab Behandelte zeigten in der Magnetresonanztomografie (MRT) ein reversibles vasogenes Hirnödem. Dieses wurde gehäuft bei den höheren Dosisgruppen und bei ApoE-ε4-Carriern beobachtet. Sechs der zwölf Patienten mit vasogenem Hirnödem waren klinisch symptomatisch durch Auftreten von Kopfschmerzen, Verwirrtheitszuständen, Erbrechen und Gangstörungen. Die MRT-Auffälligkeiten bildeten sich über Monate zurück. Trotz negativer Ergebnisse in den primären Endpunkten folgern die Autoren, dass die Therapieeffekte in den explorativen Analysen eine Phase-III-Studie rechtfertigen.

Quelle: Salloway, S. et al.: Neurology 2009; 73: 2061–70

InFo Neurologie & Psychiatrie/PH, Ärzte Woche 17/2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben