zur Navigation zum Inhalt
Foto: photos.com
Dank Stroke-Units und Lysetherapie können Patienten früher nach Hause.
 
Neurologie 13. April 2010

Bessere Ergebnisse trotz kürzeren Klinikaufenthalts

Schlaganfall-Patienten können heute früher die Klinik verlassen als noch vor einigen Jahren. Auch der Gesundheitszustand bei der Entlassung oder Verlegung in eine Rehabilitationsklinik hat sich verbessert.

Seit 2004 erhalten Kliniken in Deutschland nicht mehr für jeden behandelten Patienten einen Tagessatz, sondern eine Fallpauschale für jede abgeschlossene Behandlung. Es wurde nach der Umstellung befürchtet, dass die Therapiequalität dadurch sinken werde. Eine Auswertung aller Schlaganfallbehandlungen in Hessen im Zeitraum von 2003 bis 2006 ergab nun: Die durchschnittliche Behandlungsdauer ist zwar von 12,2 auf 10,4 Tage zurückgegangen, gleichzeitig stieg jedoch der Anteil der Patienten, die mit einem guten Behandlungsergebnis entlassen werden konnten. Der Anteil der Patienten mit schwerer Behinderung sank – und zwar unabhängig von der Schwere der Schlaganfallsymptome bei der Aufnahme. „Die aktuelle Analyse zeigt, dass sich die Behandlungsqualität deutlich verbessert hat. Grund hierfür ist die zunehmende Versorgung der Patienten in Stroke-Units“, erklärt PD Dr. Marek Jauß, Erstautor der Studie. Wurden in Hessen 2003 erst 30 Prozent der Schlaganfall-Patienten in Stroke-Units behandelt, so waren es 2006 bereits 50 Prozent. Ein weiterer Grund für das verbesserte Ergebnis wird im vermehrten Einsatz der Lysetherapie gesehen.

Quelle: Jauß, M. et al.: Nervenarzt 2010; 81(2): 218-25

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben