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Foto: http://idw-online.de
Die rote Kurve zeigt die erhöhte Gehirnaktivität bei Überraschungen.
 
Neurologie 7. April 2010

Gehirn auf Standby

Mit Köpfchen energie gespart

Die Weiterleitung von Sinnesreizen ist keine Einbahn ins Gehirn. Das Gehirn versucht vielmehr schon im Vorfeld, die Wahrnehmung vorherzusagen. Dadurch spart das Gehirn Trick Energie.

Wissenschaftler aus Glasgow und Frankfurt am Main zeigten ihren Probanden auf Bildschirmen Balken, die sich bewegten. Die Kernspintomografie zeigte, dass die Sehrinde des Gehirns am aktivsten war, wenn ein Balken aus dem erwarteten Bewegungsmuster ausbrach. „Wir schließen daraus, dass das Gehirn nicht einfach nur auf Signale aus den Sinnesorganen wartet. Stattdessen versucht es aktiv, mögliche Sinneseindrücke vorherzusagen“, berichtet Studienleiter Prof. Dr. Wolf Singer vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Treffen die Vorhersagen des Gehirns zu, verarbeitet es neue Informationen mit geringem Aufwand. Hat es sich geirrt steigt die Gehirnaktivität auf Hochtouren. „Das Gehirn möchte nicht überrascht werden. Folglich muss es seine Vorhersagen verbessern, welche Reize es zu erwarten hat. Die Suche nach der Ursache des Irrtums erfordert viel Arbeit“, ergänzt Koautor Arjen Alink.

Quelle: Alink, A. et al.: Journal of Neuroscience 2010; 30(8): 2960-6

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